Wangen
Wohnheim Bethlehem fällt wichtigen strategischen Entscheid

Das Wohnheim Bethlehem gibt es seit 30 Jahren. Aber es wird noch immer als reines Männerheim angesehen, obwohl seit dem Jahr 2002 auch Frauen aufgenommen werden.

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Hier finden Frauen und Männer, die vorübergehend oder dauernd nicht in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen, ein Daheim.

Hier finden Frauen und Männer, die vorübergehend oder dauernd nicht in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen, ein Daheim.

Bruno Kissling

«In weiten Bevölkerungskreisen ist unklar, was unsere Institution ist und was hier geleistet wird», stellte der Vizepräsident des Vereins Wohnheim Bethlehem, Walter Husi-Wolf, bei der Feier zum 30-Jahr-Jubiläum fest. Dieses bietet Frauen und Männern, die vorübergehend oder dauernd nicht in der Lage seien, einen eigenen Haushalt zu führen, ein Daheim.

Husi wies auf den Kauf der Liegenschaft Dorfstrasse 257 vor 30 Jahren hin. «Das Seraphische Liebeswerk Solothurn führte hier die Heilpädagogische Kinderbeobachtungsstation Bethlehem.» Das Wohnheim Bethlehem habe damals bereits unter dem Namen «Männerheim» an der Tannwaldstrasse 50 in Olten existiert. Die Anfänge reichten bis 1962 zurück, als aus Abstinenzkreisen die Gründung des «Vereins Männerheim Olten und Umgebung» erfolgte. Drei Jahre später habe der Verein die Liegenschaft Fustlighalde 85 in Olten erworben.

«Zwar hiess unsere Institution auch nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages der Liegenschaft Dorfstrasse 257 vor 30 Jahren immer noch Männerheim Olten», so Husi. Doch 1987 erfolgte die Umbenennung in Verein Wohnheim Bethlehem Wangen bei Olten. Trotz dieser 28 Jahre sei der Name Männerheim immer noch tief verankert. Spätestens nach dem Um- und Erweiterungsbau im Jahr 2002 würden auch Frauen aufgenommen.

Künftig ohne Strafvollzug

Das Wohnheim Bethlehem mit seinen 46 Betten sei für die Region, den Kanton Solothurn und zum Teil darüber hinaus eine wichtige Institution. Die Klientel habe sich in den letzten 30 Jahren verändert, entsprechend auch die Krankheitsbilder. So befasse sich der Vorstand zur Sicherung des Betriebes: Wer ist die Klientel der Zukunft? Welche Anforderungen stellt diese an Infrastruktur und Personal? Ein wichtiger strategischer Entscheid sei gefallen: Die Vereinbarung mit dem Amt für Justiz zur Durchführung von Strafvollzug wird nicht erneuert. Die Strategie sähe nun vor, zugunsten von mehr Raum für die Beschäftigung die Anzahl Betten von 46 auf 40 zu reduzieren. (hu)