Kienberg

Wohnhaus renoviert für Asylsuchende: Viele Möbel – aber noch keine Familie

Die Bevölkerung von Kienberg sendet positive Signale bezüglich der Asylunterkunft im Dorf: einige Einwohner haben sogar Möbel dafür gespendet.

Die Bevölkerung von Kienberg sendet positive Signale bezüglich der Asylunterkunft im Dorf: einige Einwohner haben sogar Möbel dafür gespendet.

Die Gemeinde Kienberg hat ein Wohnhaus im Dorfkern renoviert, um dort eine asylsuchende Familie unterzubringen.

Das Wohnhaus im Dorfkern von Kienberg ist bezugsbereit: Die Wände sind gestrichen und die Böden verlegt. Noch hat die Sozialregion Unteres Niederamt aber keine asylsuchende Familie gefunden, die in das 500-Seelen-Dorf passt. Vizegemeindepräsidentin Rebekka Wüthrich ist von den Renovierungsarbeiten begeistert. Mehrere Jahre stand die Liegenschaft an der Hübelistrasse 26 in Kienberg leer. «Jetzt wirken die Räumlichkeiten wieder einladend», sagt Wüthrich, «mir gefällts sehr gut.» In den letzten Wochen erhielt das Wohnhaus, das im Besitz der Gemeinde ist und nun Platz für neun Asylsuchende bietet, eine Auffrischung.

Familie wird noch gesucht

Obwohl das Wohnhaus pünktlich auf den 1. Dezember bezugsbereit für die ersten Asylsuchenden in Kienberg seit rund 20 Jahren war und der Mietvertrag mit dem Kanton seit diesem Tag läuft, steht die Liegenschaft nach wie vor leer. «Wir haben gemeinsam mit dem Kanton noch keine Familie gefunden, die in die Gemeinde Kienberg passt», sagt Hans Ulrich Bürgi, Geschäftsstellenleiter der Sozialregion Unteres Niederamt (Srun). «Wir haben Kienberg versprochen, dass wir versuchen werden, nur asylsuchende Familien im renovierten Haus unterzubringen. Und dieses Versprechen wollen wir halten», sagt Bürgi. Eine oder zwei Familien ohne schulpflichtige Kinder sollen nach den Vorstellungen der Srun in der Solothurner Gemeinde untergebracht werden. «Wir wollen die Schule in Kienberg nicht noch zusätzlich belasten», sagt Bürgi.

Möbel für drei Wohnungen

Bürgi zeigt sich erfreut darüber, dass Kienberg die Liegenschaft an der Hübelistrasse 26 für Asylsuchende fit gemacht hat und dass die Bevölkerung positive Signale sendet. Einige Bewohner haben auf den Aufruf in den «Kienberger News» reagiert und ausgediente Möbel für das Wohnhaus gespendet. «Ich könnte drei Wohnungen damit füllen», sagt Gemeinderätin Rebekka Wüthrich. Überhaupt, negative Rückmeldungen zur Asylunterkunft im Dorfkern von Kienberg hat die Vizegemeindepräsidentin in den letzten Wochen keine entgegennehmen müssen.

Gekostet hat die sanfte Renovation im Innern der Liegenschaft Hübelistrasse 26 übrigens rund 36 000 Franken. Die Renovation wurde von der Gemeinde bezahlt, jedoch solle sich das Ganze nach zirka einem Jahr durch die vom Kanton bezahlten Mieteinnahmen für Kienberg wieder rechnen.

Mitarbeit: Beat Wyttenbach

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