Der Auftakt zum diesjährigen Agility-Meeting des Kynologischen Vereins Säli Olten (KVSO) erfolgte bereits gestern Freitag um 12 Uhr mit der sogenannten Obedience-Prüfung. Dabei geht es vor allem Gehorsamsübungen, wie OK-Präsident Walter von Mühlenen erwähnt. Das eigentliche Agility-Meeting beginnt am Freitag jeweils um 18 Uhr.

Danach gilt es bis Sonntag für die rund 330 am Start stehenden Teams ernst. Mit Teams sind Hund und Hundeführer gemeint. Ein Rekord in der 10-jährigen Geschichte des Meetings ist das allerdings nicht, wie von Mühlenen bemerkt. «Bei der ersten Durchführung im Jahr 2006 traten rund 450 Teams an. Inzwischen habe sie die Teilnehmerzahl im Bereich von 300 Paaren eingependelt.»

Wichtiges Standbein für den Verein

Auf die Reithalle in Härkingen als Austragungsort des Agility-Meetings sei der Verein zufällig durch Beziehungen gestossen, so der OK-Präsident. «Wir spielten damals mit dem Gedanken, einen solchen Anlass durchzuführen und dafür war die Halle mit ihrem Sandboden ideal.»

Mit dem Kavallerie- und Reitverein Gäu sei man sich dann schnell einig geworden wegen der Ausmietung der Halle. Den Entscheid, ein Agility-Meeting in eigener Regie durchzuführen, hat der Verein nie bereut. Im Gegenteil. Das Meeting hat sich zu einem wichtigen Standbein entwickelt, um die Kasse des 160 Mitglieder zählenden Vereins zu speisen, wie von Mühlenen erklärt.

Die alljährliche Organisation und Durchführung des Anlasses ist zeitaufwendig und personalintensiv. Rund 50 Helferinnen und Helfer sind nötig, um die Reithalle für das Agility-Meeting vorzubereiten. Dazu gehört neben dem Betrieb eines Restaurants, in dem einfache warme Speisen sowie Kaffee und Kuchen angeboten werden, auch der Aufbau des Parcours für den Agility-Wettbewerb in der Halle.

Ein solcher Parcours ist zwischen 150 und 180 Meter lang und weist 20 bis 22 Hindernisse auf. Dazu zählen Hochsprung, Tunnel, Weitsprung, Steilwand, Slalom, Passerelle, Wippen sowie andere mehr, so von Mühlenen. Geführt von ihren Hundeführern durchlaufen die Hunde den Parcours in 35 bis 45 Sekunden.

Jeder begangene Fehler, wie etwa der Abwurf einer Stange, wird mit 5 Strafpunkten geahndet. Teams, welche die 20 Punktemarke erreichen, scheiden ebenso aus wie solche, die Hindernisse von der falschen Seite durchlaufen oder die Zeitlimite überschreiten. Ziel sei ein Nullfehler-Durchlauf, sagt von Mühlenen. Wenn das mehrenden Teams gelinge, sei die Zeit für die Rangierung ausschlaggebend.

Jung und Alt machen mit

Der OK-Chef nimmt nicht selbst am Agility-Meeting teil. Sein Hund von der Rasse Hovawart ist erst 10 Monate alt. Zu jung für den Wettkampf, für welchen die Hunde mindestens 18 Monate alt sein müssten. Agility sei für die meisten Hunderassen geeignet. In den Klassen Maxi oder Large sehe man oft Border Collies, Australian Shepherds oder Belgische Schäferhunde.

Gross ist auch das Spektrum der Hundeführer. «Vom Jugendlichen bis zum vitalen Senior kommt da alles vor», weiss von Mühlenen. Bis ein Team richtig harmoniert und gemeinsam hochklassige Leitungen an einem Agility-Turnier abliefern kann, vergehen mindestens eineinhalb bis zwei Jahre. Diese intensive Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier sei das, was die Mitglieder in einem Verein, wie der Kynologische Verein Säli Olten einer sei, verbinde.

«Agility soll einfach Spass machen»

Walter von Mühlenen, OK-Präsident Agility-Meeting Härkingen

«Agility soll einfach Spass machen»

Natürlich gebe es grosse individuelle Unterschiede bei der Ausübung dieses Hobbys. «Einige trainieren sehr viel mit ihren Tieren und nehmen jährlich an bis zu 50 Agility-Wettbewerben in der ganzen Schweiz teil».

Möglich sei dies, weil es in dieser oft in Hallen durgeführten Hundesportart keine Saisonpause gebe. Im Gegenzug gebe es aber auch viele Mitglieder, welche nur gelegentlich bei Agility-Anlässen mitmachten. Das Wichtigste beim Agility sei aber der Spass und die sportliche Aktivität für Tier und Mensch, findet von Mühlenen.

Dieser Leitsatz gilt auch für Agility-Meeting von diesem Wochenende in der Reithalle in Härkingen. Messen werden sich dort über 300 Teams aus der ganzen Schweiz. Das Startgeld pro Team beträgt für drei Läufe 40 Franken. Einige Teilnehmer aus weiter entfernten Region reisen mit dem Wohnmobil an. Für solche Fahrzeuge steht ein Platz hinter der Reithalle zur Verfügung.

Auch «Oldies» stehen im Einsatz

Spannende Läufe in allen Klassen können heute Samstag und morgen Sonntag ab jeweils ab 7 Uhr morgens mitverfolgt werden. Immer wieder eine Attraktion ist die am Samstag startende Kategorie «Oldies» mit Hunden, die älter als 8 Jahre sind.

«Für diese Hunde und ihre Führer ist ein Erlebnis, sich wieder einmal auf einem Parcours wettkampfmässig zu bewegen, erklärt von Mühlenen. Jederzeit willkommen sind Zuschauer, die sich in der geheizten Festwirtschaft verpflegen können und das Agility-Meeting gemütlich verfolgen können.

Etwa um 20 Uhr endet morgen Sonntag der Hundesportanlass. Danach ist aufräumen angesagt. «Um 22 Uhr sind wir damit jeweils fertig und bereit für die Abnahme durch Eliane Bürgi vom Kavallerie- und Reitverein Gäu», sagt von Mühlenen. Sie ist für die Ausmietung und Nutzung der Reithalle zuständig.

Weil die Zusammenarbeit mit dem Kynologischen Verein Säli so gut funktioniert, hat Bürgi auch gerne ein offenes Ohr für die Überlegung des Vereins, das Agility-Meeting künftig zweimal im Jahr durchzuführen. Darüber könne man sicher reden, so Bürgi. Konkret sei noch nichts, meint von Mühlenen dazu. Das seien erst Gedankenspiele.

Agility-Meeting Härkingen: Samstag und Sonntag jeweils ab 7 Uhr, Reithalle, Kavallerie und Reitverein Gäu, Wachtelweg 21.