Kestenholz
Wo einst Metall gegossen wurde sollen bald schon Menschen wohnen

An der Rainstrasse soll Bauland erschlossen. Dafür muss die alte Giesserei weichen. Klappt alles, so soll nächste Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Gestaltungsplan liegt noch bis am 20. Dezember auf.

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Das Gebäude der Giesserei Gebr. Studer AG am ehemaligen Standort. Erwin von Arb

Das Gebäude der Giesserei Gebr. Studer AG am ehemaligen Standort. Erwin von Arb

Lang ist es her, als in einem Haus an der Rainstrasse in Kestenholz – inmitten von Einfamilienhäusern – Metall gegossen und bearbeitet wurde. Jetzt soll das nicht mehr gebrauchte Firmengebäude abgerissen und das Areal überbaut werden.

Es umfasst 6194 Quadratmeter, unterliegt einem Gestaltungsplan und ist in sieben Parzellen unterteilt, wovon sechs zu verkaufen sind. Für diese sechs existieren bereits Bebauungsideen, eine ist sogar schon verkauft.

Grossbrand anno 1979

Der Giessereibetrieb ist im Juni 1946 von den Gebrüder August, Paul, Georg und Armin Studer als Kollektivgesellschaft gegründet worden. 1962 erfolgte eine Erweiterung durch eine mechanische Werkstätte, zwei Jahre später die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

Am 26. April 1979 vernichtete ein Grossbrand die Giesserei und das Modellager. Die Gebäude wurden dann behelfsmässig repariert. Dank einem Landabtausch mit der Bürgergemeinde wurde es möglich, an der Wolfwilerstrasse umgehend mit dem Aufbau eines neuen Fabrikgebäudes beginnen zu können. Schon 15 Monate später konnte die Firma am neuen und immer noch aktuellen Standort den Betrieb aufnehmen.

Seltene Lage

Bei der laufenden Ortsplanungsrevision wurde eine Gestaltungsplanpflicht über das Gebiet an der Rainstrasse gelegt. «Fast gleichzeitig haben Rolf Krummenacher und seine Partnerin Rita von Däniken drei Parzellen erworben, insgesamt 2725 Quadratmeter, die sie verkaufen und bebauen wollen», berichtet Gemeindeschreiber Marco Bürgi.

Den Gestaltungsplan haben die Architekten Della Giacoma & Krummenacher erarbeitet. «An der Rainstrasse steht die Aussicht im Zentrum. Grundstücke dieser Art gibt es in der Region Gäu kaum», sagt Rolf Krummenacher. Auf jeder Parzelle könnte ein zweistöckiges Einfamilienhaus gebaut werden.

Keine Attika erlaubt

Vorgeschrieben ist die Dachgestaltung: Es sind ausschliesslich flache oder leicht geneigte Dächer erlaubt. Nicht zulässig sind Attikageschosse. Ferner dürfen nur hochstämmige Laubbäume mit einer maximalen Kronenbreite von fünf Metern und in einem minimalen Strassenabstand von zwei Metern gepflanzt werden.

Noch bis am 20. Dezember läuft die Auflagefrist für den Gestaltungsplan. «Wir werden die Einsprachefrist abwarten und dann Anfang 2014 mit dem Abriss der alten Giesserei beginnen», sagt Rolf Krummenacher. Man gehe davon aus, nächstes Jahr mit dem Bau zu beginnen. (fj/wak)