Bis zum 3. Dezember 2017 öffnet der Maler und Bildhauer Christoph Aerni sein Atelier in Egerkingen und präsentiert seine neuen Bilder, die von einmaliger Aussagekraft sind. Im Mittelpunkt stehen die beiden jungen Frauen Nina Burri, die bekannte Kontorsionistin, und die Schauspielerin Najet Korel mit Oltner Wurzeln. Sie inspirierten ihn zu zahlreichen Bildern, die in den Räumen, auch in den hinteren Atelierräumen, zu sehen sind.

Vorliebe für sensible Aktmalerei

Der Künstler begeistert in diesen Frauenakten durch sein Gespür für ästhetische Feinheiten. Mit grosser Sensibilität präsentiert er die Figuren in seinen Bildräumen, spielt mit Farben, mit Hintergründen, manchmal besetzt von Ornamenten. Oft malt er sie in Kombination zueinander, dann wieder jede Figur für sich selbst. «Frauenakte sind ein Motiv, die ihre Geschichte haben», lautet Aernis Meinung.

Der Künstler liebt vor allem auch die alten Meister, wie beispielsweise Rembrandt, welche die Frau in den Mittelpunkt gerückt haben. Und dies zwar in ihrer Nacktheit, ohne dass man ihre Bilder für unanständig empfunden hätte. Er hat in seiner Malerei nie begriffen, dass man sich daran stossen könnte. Ein Frauenkörper in seiner Bewegtheit oder still in sich verharrend sei voller Schönheit, und diese Schönheit gelte es malerisch umzusetzen mit viel Gespür für Sinnlichkeit, für Natürlichkeit, für feine Strömungen und für faszinierende spontan wirkende Befindlichkeiten.

Christoph Aerni, Kunstmaler, mit seinen beiden Bildern "Nina und Najet" (links) und "Nina, Najet, Rembrandt und ich".

Christoph Aerni, Kunstmaler, mit seinen beiden Bildern "Nina und Najet" (links) und "Nina, Najet, Rembrandt und ich".

Spiel mit Farben und Körper

In dieser Atelierausstellung ist der Künstler malerischer geworden, lässt den Hintergrund aufleben und spielt mit Betonungen, die eine feine Geschichte in sich tragen. So kreiert er ein erzählerisches Moment. Und weil in seinen Bildern ein Stück Menschlichkeit zum Tragen kommt, sind diese Frauenakte so besonders. Er ist ein Meister im Gestalten seiner Frauenfiguren, versteht sich auf Ungewohntes und spielt mit überraschenden Markierungen.

Man spürt diesen Bildern an, dass ein Meister am Werk war, der sich auf das Malen versteht, der dazu ein brillanter Zeichner ist und der vor allem nicht nur die Figuren und die Körper zum Tragen bringt, sondern die Gesichter, Augen, Mund und Haare. Die beiden jungen Frauen strahlen natürliche Schönheit aus, nehmen gefangen und haben jede für sich ihre besondere Ausstrahlung. Burri kennt man aus Medienberichten, und Korel ist eine Schauspielerin, die dank ihrem Talent bereits viel von sich reden machte.

In den Atelierräumen geht man diesen Frauenmotiven nach, erkennt sie in ihrer Verletzlichkeit und in ihrer Zärtlichkeit. Verspieltes ist nachvollziehbar, aber auch In-Sich-Gekehrtes, das dem Betrachter innere Zusammenhänge erschliesst. «Es ist eine der feinsten und zärtlichsten Ausstellung von Frauenakten, die Christoph Aerni gemalt und einem Publikum vorgestellt hat», meint eine Besucherin begeistert. «Wer nach Inhalten sucht, Sensibles liebt oder einfach nur die Schönheit eines Frauenkörpers sucht, wird in diesem Atelier fündig.»