Der Verein Wisent Thal hat wegen heftigen Reaktionen der Gegner sein Projekt für die Ansiedlung von Wisenten auf dem Gebiet Sollmatt in Welschenrohr angepasst. Statt wie vorgesehen zwei, soll es nun fünf Jahre dauern, bis eine etwa zehn Tiere grosse Herde ausgewildert werden. Der Verein ist bereit, beim Kanton die entsprechenden Gesuche einzureichen.

Für den Solothurner Bauernverband (SOBV) ist das Projekt «nach wie vor nicht akzeptabel», wie es in einer Medienmitteilung heisst. «Das Risiko von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und die Konfliktpotenziale in verschiedener Hinsicht sind zu gross.» Vergleichbare Versuche in Europa hätten ergeben, dass die Wiederansiedlung von Wisenten ein hohes Konflikt- und Schadenpotenzial mit sich bringe und die Wisentherden auch mit dauernden Lenkungs- und Steuerungseingriffen nicht tragbar in besiedeltem Gebiet gehalten werden könnten.

Auch die gemäss den Projektverantwortlichen Wisent Thal verlängerte Testphase mit weniger Tieren erachtet der SOBV als «nicht zielführend und als überflüssig. Daraus können kaum neue Erkenntnisse gewonnen werden, welche eine Auswilderung dieser mächtigen Tiere rechtfertigen würde. Es wird höchstens wiederum festgestellt, dass sich die Tiere an Wald und landwirtschaftlichen Kulturen genüsslich tun, kaum lenken lassen, die Verkehrssicherheit gefährden und die Wanderer verunsichern.

Für den Verband ist klar, dass der Schadenfall vorprogrammiert, die Schadensdeckung und das Tier- und Menschenwohl ungewiss seien. Der SOBV hofft, dass die kantonalen Behörden an ihrer kommenden Sitzung zum selben Schluss kommen. (mgt)