Stüsslingen
Wirte-Wechsel im Restaurant «Kreuz» per Anfang August

Nach 40 Jahren ist Schluss: Anton und Denise Meier übergeben das Lokal per 1. August an Tochter Karin Leuenberger. Doch ganz zur Ruhe will sich der gelernte Landwirt nicht setzen.

Heinz Haug
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Anton und Denise Meier geben das Zepter weiter.

Anton und Denise Meier geben das Zepter weiter.

Heinz Haug

Anton und Denise Meier haben ihr Kreuz getragen. 40 Jahre lang. Und spricht man heute mit ihnen, so erfährt man, dass es ihnen selten eine Last war. Das Wirten hat ihnen Spass gemacht. Jetzt aber ist genug. Bevor jedoch Schluss ist, gibt es eine zünftige «Austrinkete»; so eine, die man nicht so schnell vergisst. Gut passend zu den Wirtsleuten, deren Offenheit und Grosszügigkeit vielen Gästen in guter Erinnerung bleiben wird.

1974 übernommen

1974 übernahm Anton Meier das Kreuz in Stüsslingen. 1974, das war damals, als Richard Nixon aufgrund der Watergate-Affäre als amerikanischer Präsident zurücktreten musste und Deutschland im eigenen Land Fussballweltmeister wurde. Das ist alles lange her. 40 Jahre, um genau zu sein. Als frisch gebackener Wirt kannte Anton Meier seine künftige Gemahlin noch nicht. Das änderte sich jedoch kurze Zeit später: Familie Frommer zog nach Stüsslingen. Die hübsche Denise, die Tochter der Neuzuzüger, musste oft am Kreuz vorbei. Die Beiden lernten sich kennen und heirateten 1975. Das Kreuz hatte sein Wirte-Ehepaar. Für die nächsten 40 Jahre.

Bewegte Geschichte

Das Haus mitten in Stüsslingen hat eine bewegte Geschichte. Erste Datierungen gehen auf das Jahr 1784 zurück. Man erfährt: Das Kreuz war schon immer ein Wirtshaus. (siehe nebenstehenden Artikel). Die Geschichte ist im übrigen auch auf der Homepage nachzulesen unter www.kreuz-stuesslingen.ch.

Ob es ihr nach all den Jahren als Mutter zweier Mädchen (Karin und Sarah), Wirtin und Köchin denn nicht langweilig werde, will man von Denise Meier wissen: «Auf keinen Fall. Wo denken Sie hin. Zudem werde ich meiner Tochter Karin, wenn es strub wird, selbstverständlich unter die Arme greifen.» Auch Anton Meier wird es wohl kaum je langweilig werden. Oder? Meier lacht herzhaft: «Nein, ganz bestimmt nicht.» Es ist fast sicher, dass er sich auch in Zukunft ab und zu um die Stammgäste kümmern wird.

Schon in den Startlöchern

Tochter Karin Leuenberger steht schon in den Startlöchern. Sie übernimmt per 1. August 2014 das Zepter. Und sie will fortführen, was ihre Eltern aufgebaut haben und was weit über die Region hinaus von den zahlreichen Gästen so geschätzt wird: die gut-bürgerliche Küche mit den dazu passenden Weinen. Und dies alles zu vernünftigen Preisen, inklusive freundlicher Bedienung.

Bis im letzten November führte Anton Meier gleich hinter dem Restaurant noch einen Muni-Mastbetrieb. Der Stall bleibt vorläufig leer, voll aber bleibt das Arbeitspensum: «Die Landwirtschaft werde ich weiter betreiben. Ganz ohne Arbeit kann ich aber nicht sein. Und schliesslich bin ich Bauer mit Leib und Seele. Das war schon immer so.»

«Austrinkete» in einer Woche

Die «Austrinkete» vom Samstag, 28. Juni ist eine grosse Sache. Für Gäste wird auf dem Parkplatz aufgetischt. Ein Schlechtwetter-Programm ist natürlich organisiert. Daran will im Moment aber niemand denken. Die Zeichen stehen gut, dass es ein toller Abschied wird. Nebst Musik und Umtrunk ist eine weitere Überraschung geplant. Ein würdiger Abschied nach 40 langen Jahren. Die Austrinkete erfolgt von 11.30 bis 17 Uhr. Vom 20. bis 31. Juli bleibt das Restaurant geschlossen. Am Freitag, 1. August, erfolgt die Neuereröffnung. Das Lokal hat am Sonntag ab 18 Uhr und am Montag geschlossen.

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