Egerkingen
Wird der Flüehmattweiher bald saniert?

Statt der ursprünglich angenommenen 14 000 Franken würde eine Gesamtsanierung des Flüehmattweihers die Gemeinde Egerkingen nun 114 000 Franken kosten. Kostengünstiger würde vielleicht die Armee arbeiten: Im März soll das Militär am Weiher Hand anlegen.

Philipp Felber
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Der Flüehmattweiher bedarf einer Sanierung, dies ist auch in malerischer Winterlandschaft deutlich sichtbar.

Der Flüehmattweiher bedarf einer Sanierung, dies ist auch in malerischer Winterlandschaft deutlich sichtbar.

Bruno Kissling

Naherholungsgebiet für Menschen, wichtiger Lebensraum für Fauna und Flora: Der Jura ist beides gleichzeitig. Besonders günstige Bedingungen für eine lebendige Artenvielfalt bieten etwa die Gewässer in der Hügellandschaft. So wie der Flüehmattweiher ob Egerkingen, wo momentan zum Beispiel Goldfische ihr Zuhause haben.

Auf den ersten Blick schön zum Anschauen, doch die Fische wurden illegal dort ausgesetzt. Zudem ist der Flüehmattweiher überwuchert und er leckt. Ein Ort, welcher als kleine Naturoase einheimschen Amphibienarten Heimat sein könnte, wurde in den letzten Jahren zum Unort. Eine Sanierung unter Mithilfe des Militärs soll den Weiher wieder attraktiver machen.

Vor drei Jahren stellte der Naturschutzverein Egerkingen ein Konzept zuhanden des Egerkinger Gemeinderats zusammen. Dort drin wurde aufgezeigt, was im Rahmen einer Sanierung des Weihers alles gemacht werden muss, wenn man ihn als lebendigen Raum nutzen möchte.

Daniel Peier, Präsident des Naturschutzvereins, bekräftigt den allgemeinen Bedarf des Weihers als Lebensraum für Fauna und Flora: «Über 90 Prozent der Gewässer sind in der Schweiz im Uferbereich überbaut. Deshalb sind solch halbnatürliche Gewässer sehr wichtig.» Zudem sei es eines der grössten Gewässer dieser Art im Jura.

Glögglifrosch zurückholen

Das Ziel wäre es, dass die Geburtshelferkröte, also der sogenannte Glögglifrosch, dort wieder angesiedelt werden könnte. Denn die Sanierung, um den Glögglifrosch wieder anzusiedeln, hätte einen direkten Einfluss auf die gesamte Biosphäre am Flüehmattweiher. «Im positiven Sinne würde die Ansiedlung von Geburtshelferkröten einen ganzen Rattenschwanz von anderen Froscharten und Insekten nach sich ziehen», erklärt Daniel Peier.

Dazu müsste aber einiges gemacht werden. So müsste etwa entlang der Böschung sogenannter Landleberaum geschaffen werden. Zudem sollte etwa auch die Insel ausgeholzt werden. So jedenfalls die Idee des Naturschutzvereins. Und die nicht einheimischen Goldfische sollen auch weichen, denn diese würden für die Amphibienlarven eine Gefahr darstellen.

Im Grundsatz ist die Sanierung unbestritten, sie soll denn nun auch angegangen werden. Im April des letzten Jahres dachte der Gemeinderat darüber nach, Asylbewerber in die Sanierungsarbeiten miteinzubeziehen. Doch dies scheiterte.

Zudem wollte der Gemeinderat zuwarten, weil es gut möglich sei, dass demnächst im Reservoir Flüehmatt, in direkter Nachbarschaft des Weihers, ein neues Löschwasserreservoir gebaut werden soll.

Eine Zuleitung zum neuen Becken könnte am Weiher entlang führen, deshalb sei es nicht sinnvoll viel Geld in die Finger zu nehmen, bevor die Planung dieses Baus nicht weiter vorangeschritten ist. Um jedoch auch für die nächsten Jahre ein attraktives Plätzchen für Fauna und Flora zu schaffen, soll nun das Militär, welches im März in Egerkingen weilt, eingesetzt werden. «Die Idee ist, dass wir die Arbeiten, welche der Naturschutzverein Egerkingen in seinem Konzept präsentiert hatte, so kostengünstig umsetzen können.»

Für eine Gesamtsanierung fehle jedoch schlicht das Geld. Denn statt der Kosten von 14 000 Franken, welche der Naturschutzverein für die Sanierung des Weihers veranschlagte, sah eine von der Gemeinde eingeholte Offerte schon anders aus.

114 000 Franken sollte die Sanierung kosten. Dies weil ein Teil der bestehenden Bruchsteinmauern ersetzt werden müsste. «Das ist momentan zu teuer», so Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi. Zudem müsste ein solcher Betrag erst von der Gemeindeversammlung bewilligt werden.

Ein Detail der Sanierung stösst Bartholdi sauer auf: Da der Weiher stark verschlammt ist, müssten die Schlacke zuerst abgepumpt und entsorgt werden.

Dies alleine würde laut Johanna Bartholdi über 50 000 Franken kosten. Alleine der Transport und die Depotkosten für das schlammhaltige Material würden sich auf über 22 000 Franken belaufen. Und dies obwohl das Material nicht belastet sei, wie Bartholdi erklärt. «Das ist unverständlich.» Eine Entsorgung im Wald sei zudem gesetzeswidrig. Keine Alternative für die Gemeinde also.