Zum zweiten Mal hat Kantonsrat Beat Künzli (SVP, Laupersdorf) beim Regierungsrat eine Interpellation eingereicht. Bei der ersten hatte er keinen Erfolg. Bei dieser ging es darum, ob die Regierung der Bergschule Brunnersberg «als bildendes und kulturelles Zentrum einer bedrohten Minderheit» eine Sonderstellung zugestehen würde.

Dies, nachdem die Gemeinderäte der vier Trägergemeinden der Bergschule Brunnersberg, Aedermannsdorf, Laupersdorf, Matzendorf und Mümliswil-Ramiswil beschlossen hatten, der Betrieb der Bergschule sei einzustellen.

In der neuen Interpellation wird der Regierungsrat gebeten, «die gesamten Kosten - Vollkosten mit Transporten, Schneeräumung, Mittagstisch, Ganztagesbetreuung etc. - für Gemeinden und Kanton detailliert aufzuzeigen, welche entstehen würden, falls die Schüler der Bergschule Brunnersberg ins Thal zur Schule gebracht werden müssten. Dies unter Berücksichtigung der verschiedenen Schulzeiten von Kindern im Kindergarten, in Primarschule und Sekundarstufe.»

«Mit sozialpädagogischem Bedarf»

Im Weiteren sei zu prüfen, ob folgende Varianten als Lösungsansätze für eine erfolgreiche Weiterführung der Bergschule speziell auch für den Kanton interessant sein könnten. Dies sowohl in pädagogischer als auch finanzieller Hinsicht.

Vorgeschlagen wird eine Zusammenarbeit mit einer pädagogischen Hochschule für Forschungsprojekte bezüglich altersdurchmischten Lernens. Ferner könnte der Kanton entlastet werden, indem die Schule Kinder «mit sozialpädagogischem Sonderbedarf» aufnehmen würde.

Und schliesslich könnte die Schule Timeoutplätze - im Zusammenhang mit der Tätigkeit in der Landwirtschaft - anbieten für Kinder, die in grossen Jahrgangsklassen nicht mehr tragbar sind.

Künzli erwähnt, es hätten Kinder während ihres Aufenthaltes in der Bergschule und bei den betreuenden Familien wieder zu einer konzentrierten Arbeitshaltung gefunden. «Die familiäre Struktur, das altersdurchmischte Lernen sowie das landwirtschaftliche Umfeld bieten dazu ideale Voraussetzungen.» Sowohl die Infrastruktur in der Schule wie auch die nötige Aus- und Weiterbildung einiger Bauernfamilien zur Aufnahme solcher Kinder sind vorhanden.

Von existenzieller Bedeutung

Künzli weist beim erneuten Vorstoss nochmals auf den ersten hin, wonach es für die Bergbauernfamilien und deren Betrieben langfristig existenziell wichtig sei, dass die Bergschule weitergeführt werden kann.

Es sei auch für den Kanton bedeutend, dass die Juraketten insbesondere auch im Naturpark Thal bewirtschaftet und gepflegt werden. In dieser Hinsicht bekamen die Freunde der Bergschule Unterstützung unter anderem vom Verein Bio Nordwestschweiz. (mgt/wak)