Egerkingen

«Wir wollen die Familien entlasten»: Die Kinderkrippe bittet zu Tisch

Mitarbeiterin der «easy-kid-care» Martina Hauri koordiniert den Mittagstisch für Primarschüler in Egerkingen jeweils Montag, Dienstag und Donnerstag

Mitarbeiterin der «easy-kid-care» Martina Hauri koordiniert den Mittagstisch für Primarschüler in Egerkingen jeweils Montag, Dienstag und Donnerstag

Seit August gibt es im Pfarreiheim in Egerkingen einen Mittagstisch für Primarschüler. Betreut wird das Angebot durch «easy-kid-care», der örtlichen Kindertagesstätte.

Im Jahr 2015 startete die Gemeinde Egerkingen eine Umfrage zum Bedürfnis von Familien nach einem betreuten Mittagstisch. Im Jahr darauf legte dann die Bildungs- und Kulturkommission einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung vor und heuer wird der langjährig geplante Mittagstisch nun zum ersten Mal angeboten. Dies seit knapp zwei Monaten im Pfarreiheim der römisch-katholischen Kirchgemeinde unter der Führung der örtlichen Kindertagesstätte «easy-kid-care» (siehe Infobox).

Die Gemeinde unterstützt das Projekt momentan mit einem Beitrag von 10 000 Franken. «Mit diesem Zustupf soll die Betreuung von rund 15 Kindern drei Mal wöchentlich über Mittag gewährleistet werden», sagt Gemeindeschreiberin Elvira Biedermann. Zusätzlich dazu zahlen die Familien pro Kind und pro Mittagessen einen Betrag von zehn Franken und eine einmalige Anmeldegebühr von 50 Franken.

Aufgrund der grossen Nachfrage, wie die Umfrage im Jahr 2015 zeigte, sei die Gemeinde darum bemüht, das familienfreundliche Angebot im Dorf zu erweitern. «Nur leider ist das Projekt noch nicht so angelaufen, wie gewünscht», sagt Biedermann.

Leiterin findet Start gelungen

Corina Dreier, Gründerin und Leiterin der «easy-kid-care» sieht das jedoch anders: «Wir sind sehr froh um die Kinder, die bereits kommen.» Das Projekt sei erst kurz vor den Sommerferien kommuniziert worden und deshalb kurzfristig angelaufen. «Dass wir schon jetzt Anmeldungen haben, zeigt, dass die Nachfrage gross ist», bestätigt Dreier. Und schliesslich brauche es Zeit, bis sich Eltern und Kinder koordiniert haben. «Die Erfahrung von anderen Kitas zeigt auch, dass die Mittagstische ein Jahr nach Anlauf ausgebucht sind.»

Die Nutzung des Pfarreiheims erweist sich als gute Entscheidung. Da dieses nahe bei der Primarschule liegt, haben die Kinder keinen langen Weg zum Mittagstisch. Auch die Kirchgemeinde ist zufrieden mit der Zusammenarbeit. «Die Räumlichkeiten werden stets einwandfrei hinterlassen», lobt Hauswartin Kathrin Ettlin.

Noch werde die raumeigene Küche aber nicht benötigt. Die Speisen werden momentan in der Kita selbst zubereitet und dann in Wärmebehältern ins Pfarreiheim gebracht. «Die Anmeldungen sind einfach noch nicht zahlreich genug», erklärt Dreier.

Weil momentan nur vier bis fünf Kinder den Mittagstisch besuchen, ist zudem eine Person für die Betreuung ausreichend. Diese erfolgt durch Martina Hauri, langjährige Mitarbeiterin der «easy-kid-care». «Wenn wir noch weitere Anmeldungen bekommen, setzen wir dann mehr Personal ein», versichert Dreier jedoch.

Schulergänzende Betreuung

Die Anmeldung sollte deswegen halbjährlich im Voraus erfolgen. «Wir versuchen aber, so spontan wie möglich zu sein», sagt Dreier. «Dann findet sich bestimmt für alle eine Lösung.»
Der Mittagstisch zählt zur schulergänzenden Betreuung. Anders als die Kita, die als familienergänzende Betreuung verstanden wird.

Am Anfang des Projekts hat die Gemeinde deshalb festgelegt, dass dieser jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag durchgeführt wird. Denn an diesen Tagen haben die Schüler ganztags Unterricht.

Am Mittwoch und Freitag, wenn die Schüler nachmittags frei haben, bietet die «easy-kid-care» jedoch einen separaten Mittagstisch in den Örtlichkeiten der Kita an. «Schliesslich wollen wir die Familien entlasten», begründet Dreier den Entscheid. Und Hauptsache ist doch, die Kinder freuts.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1