City Beyond The Ocean – Stadt jenseits des Ozeans; das lässt Fernweh aufkommen. Hinter dieser englischen Bezeichnung, kurz «CBTO», stecken sechs junge Männer. Sie stammen aus Oensingen und Kestenholz und sie machen gemeinsam Musik: Metalcore.

Das sei eine der vielen Richtungen des Metal, ein etwas neuerer Stil. Metalcore zeichnet sich dadurch aus, dass die Liedstrophen «böse» und «Breakdown-lastig» sind und der Gesang oft «geschrien» wird (Scream und Growl). Den Refrain hingegen singt man «schön».

Denn das Gute liegt so nah

Angefangen habe es vor fünf Jahren, als der heute 20-jährige Samuel Graf und sein Kumpel Pierre Milazzo eine Band gründen wollten. «Wir machten schon immer gerne und oft Musik, da war die Idee mit der Band naheliegend», erklärt Graf. Zu Beginn sei es etwas problematisch gewesen, eine Gruppe aufzustellen. Es gab viele Wechsel – unter anderem wegen der geografischen Distanz zu Oensingen.

Die Band, wie sie heute auftritt, besteht seit Sommer 2014 aus: Samuel Bloch (Bass), Cyril Dörfler (Gitarre), Samuel Graf (Schlagzeug), Sandro Ingold (Gesang), Pierre Milazzo (Gitarre) und David Schneider (Gesang). «Wir suchten viel zu weit», weiss Graf rückblickend nun. Die Bandmitglieder stammen nicht nur fast alle aus demselben Dorf, sie sind nahezu gleich alt und besuchten gemeinsam die Schule. Der Bandname sei spontan entstanden und deutet auf ihre ländliche Herkunft hin.

City Beyond The Ocean - Ausschnitt aus «Strike Back»

City Beyond The Ocean - Ausschnitt aus «Strike Back»

In die Ferne schweifen? Momentan weniger. Graf beurteilt die Chancen realistisch, es sei sehr schwierig, von der Musik zu leben, vor allem in diesem Genre. Metal ist im Mainstream beinah nicht zu finden und die Szene in der Schweiz ist sehr begrenzt. Dennoch zeugt ihr jüngstes Vorhaben von Ambitionen und Engagement. Die Jungs verbrachten während der letzten Monate viel Zeit im Studio, um ihre erste EP (Mini-Album) mit sieben Songs rauszubringen. Produziert wurde das Ganze vom Oensinger Musiker Daniel Meister und seinem Label Goosebomb Records.

Ein Stück darauf heisst «More Than Brothers» (mehr als Brüder) und handelt von der Freundschaft der Bandmitglieder, die nicht nur gemeinsam Musik machen, sondern auch viel miteinander unternehmen. Einen eigentlichen Songwriter habe die Band nicht. «Meist beginnen die Gitarristen mit einer Melodie und der Text entwickelt sich im Plenum», erzählt Graf. Ihre Songs handeln von diversen Dingen. «Zero Tolerance» bezieht sich auf das Attentat in Paris. Auch die Liebe ist Thema: «Ja, wir haben ein Stück, in dem es um eine Frau geht», grinst der junge Oensinger.

Nun selbst Main Act

Obwohl die Band noch relativ jung ist, darf sie bereits auf einige musikalische Highlights zurückblicken. So trat sie unter anderem an der Night of the Jumps FMX World Championship in der St. Jakobshalle in Basel vor rund 8000 Personen auf. Im Februar letzten Jahres kam sie mit viel Glück dazu, als Support Act der US-Band Falling In Reverse zu spielen. «Das war ein einmaliges Erlebnis. Quasi vor den Grössten dieser Musikrichtung zu spielen, war eine grosse Ehre für uns», wie Graf beschreibt.

Am 16. April wird «CBTO» der Main Act sein. Nämlich, wenn im Kofmehl in Solothurn ihre Plattentaufe stattfinden wird. Wer nicht dabei sein kann, wird noch weitere Gelegenheiten haben, die Jungs live zu erleben. Oder kann sich die EP holen, die auf ihrer Website und in den gängigen Online-Music-Stores erhältlich ist.