Komposition
«Wir sind beim Einstudieren der Musik schon recht weit»: Proben für «Dr Passwang Louis» laufen

Marco Nussbaumer berichtet von seiner Kompositionsarbeit am «Dr Passwang Louis».

Fränzi Zwahlen-Saner
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Marco Nussbaumer, Dirigent und Komponist.

Marco Nussbaumer, Dirigent und Komponist.

Fränzi Zwahlen-Saner

In Mümliswil wird am kommenden 17. Januar 2020 die Premiere des musikalischen Porträts «Dr Passwang Louis – eine wahre Geschichte mit Musik und Gesang» über die Bühne gehen. Ein Musikstück, nach Texten aus dem Buch von Franz Walter über das Leben des italienischen Vagabunden Luigi Bottati.

Komponist des Stückes ist der Dirigent der Konkordia Mümliswil, Marco Nussbaumer, selbst gebürtiger Mümliswiler. «Wir sind beim Einstudieren der Musik schon recht weit. Wir proben momentan am Aufführungsort, in der Aula im Schulhaus Brühl mit den Solisten und dem Kinderchor aus etwa 40 Mümliswiler Schülern», sagt Nussbaumer zum Stand der Probearbeit. Für ihn als Komponisten ist und bleibt eine Frage zentral und spannend: «Funktioniert, was ich komponiert habe?»

Ein Leben in 19 Musikstücken

Die Idee, das Leben des Luigi Bottati, der als «Passwang Louis» seit den 1930er-Jahren in der Region bekannt war, als musikalisches Stück aufzuarbeiten, kam von Daniel Nussbaumer an einer Sitzung vor fast zwei Jahren. Marco Nussbaumer hat daraufhin Franz Walters Buch gelesen und sich daraus die wichtigsten Lebensstationen und Eckpunkte des Luigi Bottati herausgesucht, erklärt er sein Vorgehen.

Auf der Bühne wird zwischen Musik und Texten, gelesen von Franz Walter, abgewechselt. Nussbaumer hat insgesamt 19 Musikstücke komponiert, elf davon sind Lieder – zwei werden vom Kinderchor gesungen – die anderen von den Solisten und dann noch die reinen Musikstücke für die Musikgesellschaft. «Es sind rund 50 Minuten Musik; 1200 Takte und das Ganze dauert knapp 2 1⁄2 Stunden», erzählt Nussbaumer.

Die Lebensgeschichte des Passwang Louis wird chronologisch erzählt, ist weiter zu erfahren. Seine Person wird vorgestellt, wie er in die Schweiz kam, was er hier arbeitete, der Tunnelbau am Passwang, seine Freunde und Kollegen, die Kriegszeit, sein Alter, erklärt der Komponist die Stationen. «Ich selbst habe Bottati natürlich nicht mehr gekannt, denn er starb 1981. Aber ich konnte noch meine Grossmutter nach ihm befragen. Sie gab mir ein wenig Auskunft über seinen Charakter.» Dies und das Hören von alten italienischen Volksliedern habe ihm beim Komponieren geholfen, Inspiration gegeben, verrät Nussbaumer. Wichtig war ihm immer: «Die Musik soll den Musikern und Sängern Spass machen, auch abwechslungsreich und herausfordernd sein.» Beim Komponieren gebe es auch die harzigen Zeiten, in denen man länger an einem Stück tüftelt. «Es ist auch eine Art Handwerksarbeit, die man aber nicht erzwingen kann. Man sitzt daran und grübelt, und etwas Druck von aussen kann auch nicht schaden.»

Die Frage, ob dieser «Passwang Louis» auch an einem anderen Ort als in Mümliswil aufgeführt werden könnte, sei schwierig zu beantworten, meint der Komponist. «Es funktioniert halt vorwiegend in Mümliswil, weil sich hier die Szenen abspielen. Wer hier lebt, weiss, wovon geredet wird. Man kennt die Namen der Orte und Personen, denn es ist auch ein Stück Dorfgeschichte aus jener Zeit.» Das Leben damals soll aber nicht einfach nur verherrlicht werden, meint Nussbaumer noch, denn es war oft – besonders für einen Aussenseiter wie den Passwang Louis – auch hart und tragisch.
Momentan laufen die Proben heiss. Es werden Kulissen gebaut und fleissig für das Stück, welches dreimal aufgeführt wird, geworben. Der Vorverkauf ist gestartet.

Aufführungen: 17./18.Jan. 20 Uhr, 19.Jan. 14 Uhr. Reservierungen: Probst-Ackermann 062 391 13 79.