Dass das Gäu rasant wächst, ist kein Geheimnis. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Bevölkerungszahl um fast 4000 Bewohner (Stand: 31.12.18) und liegt damit kantonweit dicht hinter dem Bezirk Olten. Entsprechend mehr Kinder und Jugendliche besuchen die Schulen in den Gemeinden, insbesondere auch die Kreisschule Gäu in Neuendorf, Wolfwil und Egerkingen.
Zurzeit zählt die Schule gesamthaft 430 Kinder.

Bis 2023 erwartet sie einen Zuwachs von rund 90 Schülern. Das konnte man dem Infoanlass des Vereins Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu zur Schulraumplanung Kreisschule Gäu vergangene Woche entnehmen. Der Verein lud sämtliche Gemeinderäte und –präsidien der Verbandsgemeinden sowie die Bildungs- und Fachkommission Schule zu einem Orientierungsabend über den aktuellsten Stand der Schulraumplanung ein.

Basierend auf den Bevölkerungszahlen sowie den Anforderungen des Lehrplans 21 werden bis 2023 insgesamt sechs zusätzliche Klassenzimmer notwendig, um den Grundbedarf abzudecken. Das hielt Schuldirektor Silvan Jäggi zu Beginn fest. Wenn nichts unternommen werde, hätte man in vier Jahren nicht mehr genug Schulräume. «Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren», hängte der Präsident der Strategiekommission Schulraumplanung KSG Philip Fluri an. Die Kommission setzt sich aus den Vertretern aller Verbandsgemeinden, dem Schuldirektor Silvan Jäggi, dem Vorstandspräsidenten Dominik Studer sowie dem externen Berater der Firma Kontextplan, Reto Vescovi, zusammen. Sie widmet sich seit zwei Jahren der neuen Schulraumplanung. Aus ihrer ersten Machbarkeitsstudie geht hervor, dass eine Erweiterung des Schulraums in Neuendorf pädagogisch und finanziell am sinnvollsten sei.

Jede Verzögerung kostet

Laut dem externen Berater könne man mit einem Neubau südlich des Carpe Diem Schulhauses und der Umfunktionierung der bestehenden Räumlichkeiten den Mehrbedarf an Nutzfläche von knapp 1700 Quadratmeter abdecken. Die Planungskommission der Gemeinde Neuendorf arbeite bereits an einem Gestaltungsplan. «Dieser muss jetzt erstellt werden, ansonsten verzögert sich die Realisierung des Projektes», sagte der externe Berater Vescovi. Eine Verzögerung hätte finanzielle Folgen. «Ab dem Moment, wo man sich nicht mehr an den Zeitplan halten kann, werden wir bald neue Klassen haben, aber nicht mehr genügend Schulräume», sagte er mahnend. «Dann werden teure Provisorien notwendig sein.»

Das fertige Projekt erfordere gemäss ersten groben Abschätzung eine Investition in der Höhe von 12 bis 13 Millionen Franken. Genauere Zahlen könne der externe Berater erst am Ende Qualitätsverfahrens im vierten Quartal von 2020 bekannt geben. Die Kostenbeteiligung der Gemeinden wird nach den Einwohnerzahlen festgelegt und muss jeweils vom Souverän genehmigt werden. «Wenn eine Gemeinde ablehnt, scheitert das Projekt», sagt Vescovi. Dann müsse man in eine provisorische Lösung investieren. Nichtstun ist daher keine Option.
Bis Ende September 2019 laufe noch die Machbarkeitsstudie. Damit keine Verzögerungen entstehen, sei es notwendig, dass bis Ende des dritten Quartals 2020 der genehmigte Gestaltungsplan vorliegt, was nach Angaben der Gemeinde Neuendorf realistisch ist. Eingereicht zur Genehmigung in die beteiligten Gemeinden soll das Projekt gegen Ende des nächsten Jahres.