Winznau

Winznauer bangen um das Restaurant Tannenbaum - wird es abgerissen?

Der «Tannenbaum» wurde von Nachbar und Unternehmer Andreas Meier aufgekauft.

Der «Tannenbaum» wurde von Nachbar und Unternehmer Andreas Meier aufgekauft.

Die Geschichte des Restaurants «Tannenbaum» in Winznau neigt sich dem Ende entgegen. Der Niedergösger Andreas Meier hat das Gebäude gekauft und möchte es für sein Unternehmen nutzen. Details sind aber noch keine bekannt.

Vor kurzem erhielt die Redaktion ein Mail eines besorgten Winznauer Einwohners, das nachfolgend auszugsweise aufgeführt wird: «Wie aus dem Amtsblatt Nummer 15 vom 12. April auf Seite 735 zu entnehmen war, hat Andreas Meier von der gleichnamigen AG aus Niedergösgen das Wohn- und Geschäftshaus GB Nummer 56, das heisst, das Restaurant Tannenbaum gekauft. In der Zwischenzeit wurde das Inventar vom Tannenbaum in der Tierwelt ‹wegen Geschäftsaufgabe› angeboten».

Es halte sich nun hartnäckig das Gerücht, dass Meier den Tannenbaum «abreissen» wolle. «Der Tannenbaum war und ist für Winznau nach der Schliessung und dem Abbruch der Traube enorm wichtig. Ebenso haben jahrzehntelang Chauffeure aus nah und fern dort das Znüni oder das Mittagessen eingenommen».

Er sei überzeugt, so der Einwohner, «dass das Schicksal des ‹Tannenbaum› in Winznau nicht nur die Bevölkerung von Winznau, sondern das ganze Niederamt interessieren würde.

Keine konkreten Pläne

Auf die Situation in Zusammenhang mit dem Tannenbaum angesprochen, bestätigte Andreas Meier, der eine Zweigstelle seines Unternehmens gleich anschliessend, östlich des Tannenbaums, betreibt: «Ja, ich habe dieses Gebäude erworben».

Zu allfälligen Abrissplänen konnte und wollte sich der Unternehmer noch nicht konkret äussern, er hielt aber fest: «Ich habe den Tannenbaum für teures Geld gekauft und mache das, was ich als Unternehmer für richtig finde».

Unlängst war das Gebäude renoviert worden, seit Dezember ist es geschlossen, und nun droht der Abriss? Meier dazu: «Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn man etwas kauft, soll man damit machen können, was man will, finde ich».

Was er konkret mit dem Gebäude vorhat, werde sich im Verlaufe dieses Jahres entscheiden, und wenn es so weit sei, wolle er informieren. «Die entsprechenden Evaluationen, was man mit dem Tannenbaum machen könnte, laufen derzeit noch. Allfällige Investitionen sollen geprüft werden, und dann entscheide ich, was für das Geschäft das Beste ist».

Wie dem Mail des Winznauer Einwohners weiter zu entnehmen war, habe Meier zuvor noch mit einem Interessenten, der nicht namentlich genannt werden will, aber dessen Name der Redaktion bekannt ist, darüber verhandelt, dass der Interessent den Tannenbaum in Pacht übernehmen und als Restaurationsbetrieb weiterführen würde.

Diese Verhandlungen wurden vom Interessenten bestätigt, jedoch seien die Vorstellungen betreffend Umfang des Renovationsbedarfs und Pachtzinses «weit auseinandergegangen». Somit sei der Interessent ausgestiegen.

«Müssen das Gespräch suchen»

Winznaus Vize-Gemeindepräsident Markus Blatter merkte an, dass er und der Gesamt-Gemeinderat noch gar nicht über diesen Sachverhalt informiert gewesen seien. Er stellte in Aussicht, dass der Rat das Gespräch mit dem Unternehmer suchen werde.

«Wenn der Tannenbaum zugeht, haben wir fast gar kein Lokal mehr – ausser dem Café Chärne, das abends nicht geöffnet hat, der Pizzeria Frohsinn und dem Pub ‹47 Grad Nord›, das aber auch unregelmässig seine Türen aufmacht».

Insbesondere die Vereine hätten nun ein Problem, ein Lokal zu finden, in dem sie Veranstaltungen wie Generalversammlungen durchführen könnten, dies bei gleichzeitiger Bewirtung. Einzige Alternative sei das FC-Clubhaus.

Die anderen Versammlungsräume wie das Schützenhäuschen oder das katholische Kirchgemeindehaus könnten keine Bewirtungsangebote machen, und die Mehrzweckhalle sei für solche Anlässe zu gross.

«Wenn der Tannenbaum tatsächlich nicht mehr als Restaurationsbetrieb geführt würde, wäre dies sehr zu bedauern», merkte Blatter an. Und genau das war das einzig Klare, was Andreas Meier jetzt schon sagen konnte: «Einen Restaurationsbetrieb im bisherigen Sinn wird es im Tannenbaum bestimmt nicht mehr geben».

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