Oberbuchsiter Fasnacht
Wiederbelebung der Fasnacht – Auf dass der «Bögg» bald wieder brennt

Die IG Fasnacht möchte die Dorffasnacht wiederbeleben und startet damit in aller Früh. Es wird wieder eine Chesslete stattfinden.

Philipp Felber
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1992 brannte er noch lichterloh, der «Bögg».

1992 brannte er noch lichterloh, der «Bögg».

Hansruedi Aeschbacher

Damals, wie das Bild von 1992 zeigt, brannte er noch lichterloh, der «Bögg». Er, welcher den Winter vertreiben sollte und zum Fasnachtsende traditionell auch in Oberbuchsiten angezündet wurde. Doch weniger den Winter vertrieb der Buchster «Bögg» als scheinbar die aktiven Fasnächtler.

Denn: «Seit längerer Zeit gibt es schon keine richtige Fasnacht mehr im Dorf», sagt Robert Gurtner. Das schien einige Oberbuchsiter und drei Oberbuchsiterinnen so sehr zu stören, dass sie kurzerhand einen neuen Verein aus dem Boden stampften, um das Problem anzugehen: die Interessensgemeinschaft (IG) Fasnacht Oberbuchsiten. Der einzige fasnächtliche Event im Dorf war noch die Kinderchesslete, die jeweils am Donnerstagnachmittag vom Familienverein «Chutzenäscht», welcher in Oberbuchsiten die Spielgruppe und die Krabbelgruppe betreibt, organisiert.

Klein anfangen ...

Dieses Fasnachtsangebot soll nun aber ausgebaut werden. Zuerst einmal mit einer Chesslete am Donnerstagmorgen um 5 Uhr, wie Gurtner verrät. Er ist der erste Präsident des frisch gegründeten Dorfvereins. Auffällig: Viele der Vereinsmitglieder sind in irgendeiner Weise mit der Schälismühle verbandelt. Das will der Verein auch gleich nutzen, erklärt Gurtner. «Leider gibt es in Oberbuchsiten keine Restaurants mit einem grösseren Saal mehr», erklärt Robert Gurtner.

Deshalb sei angedacht, dass die neu geplanten Festivitäten in der Schälismühle stattfinden werden. Die Räumlichkeiten seien dafür ideal. Denn mit der Etablierung der Chesslete im Dorf ist die Mission für den Verein noch nicht abgeschlossen. Dereinst soll auch am 11.11. die Fasnacht mit einem veritablen «Chlapf» gestartet werden und weitere Anlässe sollen dazukommen.

«Momentan ist es aber vor allem ein Versuch, das alte Solothurner Brauchtum in Oberbuchsiten wiederzubeleben», erklärt Gurtner. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass in den umliegenden Dörfern der Fasnachtsnachwuchs nicht gerade auf Bäumen wächst. Trotzdem soll die Leidenschaft fürs «Fasnächtle» neu entzündet werden, damit auch bald wieder ein «Bögg» im Dorf brennt.

Neue Tradition mit alter Speise

Die IG erwartet zum ersten Anlass dann gleich auch mal 50 Leute. «Das ist jedoch der grösste Unsicherheitsfaktor für uns», erklärt der Vereinspräsident. Es ist denn auch nicht ganz unerheblich, wie viele Leute dem Ruf der Fasnacht in Allerherrgottsfrüh folgen werden. Haben doch die Organisatoren 50 Portionen Mehlsuppe parat, die es nach dem gemeinsamen Einläuten der fünften Jahreszeit in der Schälismühle zum Morgenessen gibt.

«Sollten aber plötzlich viel mehr Leute teilnehmen, haben wir natürlich noch einen Notfallplan in der Hinterhand», weiss Gurtner. Gestern kam dann auch das O.k. der Schule, dass sie auch mitmacht. So dürften die neuen Aktivfasnächtler auf den Notfallplan zurückgreifen müssen. Was sicher als gutes Omen für die Neulancierung der Oberbuchsiter Fasnacht gewertet werden dürfte.

Chesslete: Besammlung: Donnerstag 4. Februar, um 5. Uhr auf dem Dorfplatz. Die Bekleidung ist einfach: ein weisses Nachthemd, eine weisse Zipfelkappe und ein rotes Halstuch. Als Lärminstrumente kann alles verwendet werden, mit dem manuell einGeräusch erzeugt wird – Glocken, Trommeln, Pfannendeckel, Blasinstrumente.

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