Es ist kurz vor 7.30 Uhr morgens, ein Renault hält oberhalb des Schulhauses Oberdorf an, ein Junge steigt aus. Der Bub winkt dem Fahrer zu und geht dann zum Schulhaus. Der etwa 55-jährige Mann hat es nicht eilig. Er zündet sich in seinem im Halteverbot stehenden Auto eine Zigarette an, bevor er losfährt.

Minuten später fährt ein VW Golf vom Unterdorf kommend vor und hält am linken Strassenrand an. Aus dem Auto hüpft wieder ein Junge, der seiner Mutter kurz zuwinkt, um dann über die Strasse zum Schulhaus zu gehen. Später marschiert ein junger Vater mit seinem Sohn vorbei. Er begleite seinen Jungen zum Kindergarten, damit dieser den Schulweg kennen mit den Gefahren umzugehen lerne, sagt der etwa 35-jährige Mann. Ein anderer Vater findet, dass er seinen Sohn, der die erste Klasse besucht, dieser Gefahr gar nicht aussetzen wolle. Für das Auto habe er sich auch wegen des langen Wegs vom Leuenfeld bis zur Schule entschieden.

Kurz vor Schulbeginn um 7.45 Uhr geht es Schlag auf Schlag. Sämtliche Parkplätze rund um das Schulhaus füllen sich mit Autos, aus denen Eltern mit Kindern steigen. Auf der Schlosstrasse fahren nun im Minutentakt Eltern mit Autos zum Schulhaus. Einige halten an, wo sich dafür gerade eine Gelegenheit ergibt. So kommt es auch vor, dass Autos vor oder sogar auf dem Fussgängerstreifen anhalten, um die Kinder aus steigen zu lassen – unübersichtliche und gefährlichen Situationen inklusive.

«Mir tut es weh, wenn ich solche von Eltern Kauf genommene Gefahrensituationen beobachte», sagt Schulleiter Urs Fischer. Mehr Elterntaxis am Schulanfang seien indes normal. Er sei zuversichtlich, dass sich wieder eine Besserung einstellen werde, so Fischer. Der Brief der Kinder an die Eltern, auf den Fahrdienst zu verzichten, zeige noch Wirkung. Nun gelte es die Eltern immer wieder zu sensibilisieren. In Oensingen besuchen 360 Primarschüler den Unterricht, 60 davon sind 1.-Klässler. Dazu kommen 120 Kindergärtler.