Fasnacht Mümliswil
«Wie soll das bloss weitergehen mit der Guldentaler Fasnacht?»

Am Freitagabend in der Aula Mümliswil liessen sich die Närrinnen und Narren von kreativen Darbietungen, geschliffenen Dialogen und Schnitzelbänken unterhalten. Ob diese Gelungenen Darbietungen noch zu toppen seien, bezweifelten einige der Gäste.

Josef Tschan-Studer
Drucken
Teilen
Guldentaler MON-Abend
4 Bilder
Guldentaler MON-Abend
Guldentaler MON-Abend
Guldentaler MON-Abend

Guldentaler MON-Abend

Josef Tschan-Studer

Die Gugge Rohrspatzen sorgten für einen fulminanten Auftakt. Die kunstvoll aufgespritzten venezianischen Gesichtsbilder und die wunderschönen Kostüme waren schlicht eine Augenweide.

Mit ihrem typisch kraftvollen Sound heizten sie dem Publikum tüchtig ein. «Es ist nicht einfach, als erste einen solchen Anlass zu eröffnen», meinte Moderatorin «Martina I.». Aber die Rohrspatzen würden diese schwierige Aufgabe jedes Jahr mit Bra-vour lösen.

Nun war es an Obernarr Josef V. Zusammen mit seinen Oberchesslern «Fanbebar», den MON (Mümliswiler Obernarren) und der Lagerclique sang er sieben von insgesamt 11 Strophen seines selbstkomponierten und ge-texteten Fasnachtsliedes. Anschliessend nahm Josef V. die Begrüssung vor und bemerkte gleich zu Beginn: «Vermutlich werden einige erst am Aschermittwoch checken, was ich gemeint habe».

Und tatsächlich waren seine Worte relativ akademisch gehalten, was wiederum für spontanes Gelächter sorgte. Ein Besucher meinte gar: «Das ist ja wie früher bei ihm in der Schule - ich weiss gar nicht, was er uns sagen will...»

Die «Lobisei-Tüüfle» übernahmen geschickt das Fasnachtsmotto «Hol uf der Bank». Auf dem Kopf trugen sie nebst ihren obligaten Teufelshörnern auch eine goldene Bank. Ihre Sprüche und Verse waren spritzig, frech und schonungslos und zielten gekonnt auf lokale Vorkommnisse und Personen ab.

Der Auftritt der Jungtambouren war herzig, lustig, unterhaltend - aber vor allem absolut perfekt. Die Trommeln waren teils fast so gross wie die Kinder, was vorwiegend beim weiblichen Publikum ein entzücktes «Jöööööö!» auslöste.

«D'Schuelbank vom Rank», die Kinder von Lehrerin Stefanie Gnägi überraschten mit ihrem «Cup-Song» das Publikum. Mit Plastik-bechern intonierten sie einen Popsong.

Stimmung stieg ins Unermessliche

Nach der Pause traten die Tambouren auf die Bühne. Ihre beiden Darbietungen waren kurz gesagt - einfach genial. Die Bühne war eine riesige Baustelle und die Tambouren entlockten Plastikfässern, Leitern, Autofelgen, Bohrmaschinen, Motorsägen, Farbkübeln und anderen Gegenstände ungewohnte Töne, die das Publikum nur noch staunen liessen. Ein frenetischer Applaus war dann schliesslich auch der Dank für so viel Einfallsreichtum.

Der absolute Brüller war aber der Überraschungsauftritt von Marius Füeg und den «Bieli-Sisters» alias Stefanie, Larissa und Carol Bieli. Mit blonder Perücke, Schnauzer und Brille sowie selbstgestrickten «Seppi-Jäggli» sahen sie aus wie der Obernarr.

Auch die Bewegungen und die Mimik waren perfekt imitiert. Ihre Texte brachten das Publikum zum Schreien und Seppi Bader bekam wortgewaltig den Spiegel vorgehalten. Tosender Applaus, Pfiffe und Bravorufe waren der Dank für diese Spontaneinlage.

Zum ersten Mal am MON-Abend traten die «Chnöiplätze» auf, eine Splittergruppe aus jungen Musikern der Konkordia. Ihr fetziger Sound sorgte dafür, dass die Stimmung im Saal stieg und stieg.

«Gottliebi und Anne-käthi», das bekannte zänkische, alte Ehepaar versetzten das Publikum Jahrzehnte zurück in die Schulstube von Bader Seppi. Ihre geschliffenen Dialoge zielten ebenfalls auf den ehemaligen Lehrer ab und das Publikum weinte Tränen vor lachen. Und schliesslich brachte die Kanofetti-Steelband den Saal endgültig zum Kochen und das Publikum setzte zu einer nicht enden wollenden Polonaise an.

Aktuelle Nachrichten