Balsthal

Wie sich Holz anfühlt, wie es wirkt, riecht, und wie es tönt

Beispiele dafür was auf dem Holzweg Thal zu erwarten sein wird: grosse, farbige Bauklötze, mit denen bestimmt nicht nur Kinder spielen werden...

Beispiele dafür was auf dem Holzweg Thal zu erwarten sein wird: grosse, farbige Bauklötze, mit denen bestimmt nicht nur Kinder spielen werden...

Nur noch die Baubewilligung fehlt, dann kann der Holzweg Thal endlich gebaut werden. Geplant ist ein Erlebnisweg mit verschiedenen Installationen aus Holz.

Die Planung hat deutlich länger gedauert, als angenommen. Hier und dort hatte man bereits den Glauben dran verloren, dass der Holzweg Thal überhaupt einmal realisiert wird. Aber gestern konnte der Projektausschuss verkünden: «Es geht los.» Der Erlebnisweg im Raum Balsthal St. Wolfgang und Holderbank soll Anfang zweite Hälfte 2015 eröffnet werden. Bei rund 20 Installationen wird man Holz in verschiedenen Formen – natürlich oder bearbeitet – sehen, hören, fühlen und riechen können. Die Projektverantwortlichen sind sich sicher: Ein Erlebnisweg dieser Art ist bisher nicht bekannt. Und er passt bestens zum sanften Tourismus im Naturpark Thal.

Der Weg kann jederzeit von allen Seiten her begangen werden, ist mit zwei bis drei Stunden Wegzeit familientauglich (wenn auch nicht überall mit Kinderwagen), es gibt Plätze zum Bräteln und in der Umgebung der Route laden Gaststätten zur Einkehr ein. Während zehn Jahren soll der Weg erhalten bleiben, dann werden die Installationen rückgebaut.

Wieso ein Holzweg?

«Die Region Thal ist ein sehr waldreiches Gebiet. Zudem verfügt die Region über ein funktionierendes Holzgewerbe. Da bietet sich ein Holzweg geradezu an», erklärt Michael Bur, Geschäftsleiter des Holzwegs Thal. So werden denn auch alle Objekte im Thal angefertigt. «Die dabei verwendeten Techniken weisen auf die Holzverarbeitung und das handwerkliche Können der Zimmerleute und Schreiner hin.» Gezeigt wird der Weg des Holzes vom Baum bis zum fertigen Produkt. Die Ideen dazu lieferte Sammy Deichmann aus Aedermannsdorf. Von ihm waren schon mehrfach Werke in Holz zu sehen, wie etwa die Visitors auf der Aedermannsdorfer Allmend oder der Holzhimmel aus Dachlatten im Pavillon von Holzhandwerk Thal an der Gewerbeausstellung.

Von praktisch bis spielerisch

Die Installationen können einen rein praktischen Charakter haben, indem zum Beispiel Bäume so eingekleidet werden, wie man es vom Haus- oder Fassadenbau her kennt. Ein etwa sechzig Meter langer Holzsteg führt durch eine exponierte Passage. Grosse, bunte Bauklötze animieren zum Spielen. Zum Staunen und Verweilen laden künstlerische Installationen ein wie ein Wolkenhimmel aus Dachlatten, grosse Kugeln aus Massivholzabfällen oder Figuren, die mit den Besuchern «Versteckis» zu spielen scheinen.

Für das Aufstellen und Montieren der Objekte schwebt den Machern des Holzwegs die Mitarbeit von Freiwilligen vor, wie Beat Bader, Präsident des Projektausschusses, erwähnt. «Wir denken da an die Service Clubs, an Senioren, aber natürlich auch an Lehrlinge, vor allem aus dem Holzbereich.» Das Interesse sei auf jeden Fall da, an etwas so Einmaligem mitarbeiten zu können.

Nichts Vergleichbares da

Dass sich die Planung hingezogen hat – die Eröffnung des Wegs war für Mitte dieses Jahres vorgesehen –, ist gemäss Erklärungen des Geschäftsleiters Michael Bur nachvollziehbar. «Da ist einmal die Finanzierung. Geld für eine Idee, ein Projekt zu bekommen, für das es noch nichts Vergleichbares gibt, ist ausserordentlich schwierig.» Nun sei aber die Finanzierung so weit sichergestellt, dass gestartet werden kann. «Weitere Sponsoren und Gönner sind aber noch immer sehr willkommen», sagt Bur. Geld kommt auch vom Kanton Solothurn: Der Regierungsrat hat einen Beitrag von 100 000 Franken aus dem Lotteriefonds zugesichert. Allerdings steht im Regierungsratsbeschluss auch: «Fällt die definitive Kostenabrechnung gegenüber dem Voranschlag von 1,2 Mio. Franken tiefer aus, so wird der Beitrag im Verhältnis gekürzt.»

Kanton stellt Ampel auf Grün

Der Bau des Holzwegs ist das eine, hinzu kommen aber noch Betrieb, Unterhalt und letztlich der Rückbau nach zehn Jahren. Der Naturpark Thal sowie die Einwohner- und die Bürgergemeinde Balsthal haben zugesichert, diese Kosten zu übernehmen.

Im Weiteren wird da etwas gebaut, das ausserhalb der Bauzone liegt und daher eine Bewilligung vom Kanton braucht. Dort stehe die Ampel auf Grün, ebenso vonseiten Naturschutz und Heimatschutz, beteuern die Verantwortlichen. Nun soll innert Kürze das Baugesuch veröffentlicht werden.

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