Matzendorf
Wie im Wilden Westen – von Sliding Stop bis zum Reining

Am Wochenende des 26. und 27. Mai findet in Matzendorf mit der NRHA June Show erneut ein Western-Reitsport Turnier statt.

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Die Matzendörferin Annik Friesecke zeigt einen Sliding Stop.

Die Matzendörferin Annik Friesecke zeigt einen Sliding Stop.

Hans Peter Schläfli

Die Hufe des Pferdes wirbeln Sägemehl auf, als es auf den Hinterbeinen über den Untergrund schlittert. Was für ungeübte Augen ungewohnt, gar gefährlich aussieht, ist eine der hohen Künste des Western-Reitens. Kleidung von Reiter und Vierbeiner erinnern an Filme wie von Winnetou und Old Shatterhand, wo Cowboys mit Hüten und Stiefeln auf ihren Pferden durch die Prärie reiten. An diesem Wochenende verwandelt sich Matzendorf in eine solche Prärie und wird Veranstalter der NRHA June Show.

An diesem Anlass werden die Reining Reiter die Gelegenheit haben, wieder einmal auf Schweizer Boden an den Start zu gehen. Denn die NRHA Shows finden auf der ganzen Welt statt. Aufgrund der benötigten Infrastruktur, welche in der Schweiz nur begrenzt vorhanden ist, finden auf Schweizer Boden nur drei Reining Turniere im Jahr statt - eines davon in Givrins, die anderen beiden in Matzendorf.

Für Einsteiger und Routiniers

Reining, oft als Königsdisziplin des Westernreitens bezeichnet, ist eine dynamische Dressurprüfung, welche zu einem grossen Teil im Galopp geritten wird. Die Prüfungen können mit Pferden aller Rassen bestritten werden. Aufgrund der gezielten Zucht und Eignung kommen aber zumeist American Quarter Horses zum Einsatz. Die Reiter müssen unter anderem spektakuläre Manöver wie Sliding Stops, Spins, Rollbacks, fliegende Galoppwechsel und Zirkel reiten. Die Bewertung durch eine Jury erfolgt anhand der Qualität der Manöver. Die Pferde sollen dabei mit der geringstmöglichen Hilfestellung der Reiter geritten werden. Im Gegensatz zu den klassischen Pferdesportdisziplinen, wo das Publikum möglichst still sein sollte, dürfen die Reining Reiter lautstark unterstützt werden.

Die June Show ist ein Turnier, welches Einsteiger und Routiniers anspricht. Morgens finden jeweils Warm-ups statt, ein letztes gezieltes Training vor den Prüfungen. Am Samstagnachmittag werden dann zwei Prüfungen durchgeführt. Die Jackpot Non-Pro Klasse ist den Amateuren vorbehalten, in der Jackpot Open Klasse kommen dann diejenigen Reiter zum Einsatz, welche beruflich im Pferdesport tätig sind. Am Sonntagnachmittag sind die beiden Einsteigerklassen, Greener than Grass und Green Reiner an der Reihe. Grosse Turniere dauern in der Regel beinahe eine Woche oder länger. Die June Show ist jedoch eine willkommene Gelegenheit, jüngere Pferde im Rahmen eines kleineren Turniers an die Atmosphäre zu gewöhnen.

Der klassische Verkaufsstand mit Westernzubehör für Pferd und Reiter als auch American Sweet Dreams, welche sich um das kulinarische Wohl von Zuschauern und Reitern kümmern, sind ebenfalls auf dem Platz. (MGT/SKU)