Als Gründungsdatum der «Konkordia» Egerkingen wird der 1. November 1889 aufgeführt. Leider existieren von der Gründungsversammlung keine Originaldokumente mehr. Immerhin wissen die Chronisten Guido von Arx und Guido Lüthi zu berichten, dass bereits ein Jahr später, also 1890, die erste Uniform beschaffen werden konnte.

Um die 18 Musikanten, damals war das Musizieren in einem Dorfverein noch den Männern vorbehalten, einkleiden zu können, musste ein Betrag von 1266 Franken aufgewendet werden. Zum Vergleich: Diese Gesamtsumme würde heute bei weitem nicht einmal mehr für eine einzige Uniform ausreichen.

Der noch junge Verein entwickelte sich im damals noch beschaulichen Dorf im Gäu bald einmal zu einem wichtigen Kulturträger.

Liebe zum Tessin entwickelt

Neujahrskonzerte gehörten lange Zeit zur Tradition. Ebenso Vereinsreisen, anfänglich noch in die nähere Umgebung wie Langenbruck oder Holderbank. Später entwickelte sich so etwas wie eine geheime Liebe zum Tessin, was möglicherweise bis in die Gegenwart zu einer bedeutsamen Beziehung geführt hat, steht doch seit mehr als zehn Jahren mit Maestro Carlo Balmelli ein Südschweizer am Dirigentenpult der «Konkordia».

Interessant ist ein Protokolleintrag zu einer Vereinsreise auf die Rigi: «Wer Unruhe oder Händel stiften sollte, oder infolge Trunkenheit sein Instrument nicht mehr handhaben kann, oder auf erteilten Befehl nicht bei der Gesellschaft sein wird, wird mit fünf Franken gebüsst!» Leider ist nicht protokolliert, ob jemand eine Busse bezahlen musste.

Protokolliert ist hingegen, dass an der Generalversammlung 1950 der Präsident wünschte, dass das Bier trinken während der Proben zu unterlassen sei. Die leeren Konservendosen, welche damals als Aschenbecher dienten, wurden bereits vorher verboten.

Mit Stephan Jäggi vorbereitet

Im Jahre 1957 besuchte die «Konkordia» Egerkingen erstmals ein eidgenössisches Musikfest. Die Vorbereitung mit dem grossen Solothurner Musiker Stephan Jaeggi schien sich gelohnt zu haben, kehrte doch der Verein mit dem Prädikat «vorzüglich» aus Zürich zurück.

Ein wichtiger Meilenstein in der Vereinsgeschichte erfolgte 1977, als erstmals zwei Frauen die bisherige Männerdomäne durchbrachen. Heute sind praktisch auf allen Registern Frauen vertreten. Ferner steht seit zwei Jahren Barbara Junker-von Arx der «Konkordia» als Präsidentin vor, die es versteht, den Verein weiterhin auf Erfolgskurs zu halten.

Entscheidende Dirigentenwahl

Die wohl wichtigste Weichenstellung in der Vereinsgeschichte der «Konkordia» erfolgte 1986. Die Wahl des national renommierten Dirigenten Albert Brunner löste weit über die Region hinaus ein grosses Echo aus. Was man für kaum möglich gehalten hatte, wurde in relativ kurzer Zeit Tatsache.

Die «Konkordia» entwickelte sich nicht nur quantitativ, sondern vorab qualitativ. Mit der jährlichen Teilnahme an einem Wettbewerb wurden in der ersten Stärkeklasse regelmässig Spitzenresultate erzielt, sei es an Kantonalen, Ausserkantonalen oder Eidgenössischen Musikfesten.

Mit der Gründung der Jugendmusik, die gegenwärtig 24 Mitglieder zählt, wurde im Jahre 1992 die Grundlage für eine sichere Zukunft geschaffen.

Zu den Highlights zählt sicherlich auch die Konzertreise nach Hongkong im Jahre 1993. Eine 80-köpfige Reisegesellschaft verschaffte sich damit ein unvergessliches Erlebnis, wobei die Kosten von 2600 Franken jedes Mitglied selber berappte.

Conus und Balmelli folgten

Nach zwölfjähriger erfolgreicher Tätigkeit hinterliess Albert Brunner seinem Nachfolger Eric Conus ein Blasorchester der Spitzenklasse. Ihm folgte im Jahre 2003 Carlo Balmelli, ein Vollblutmusiker, der auch noch der Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach und der Civica Filarmonica di Mendrisio vorsteht.

Konzerte Auftritte finden am Sa 11. Januar um 20 Uhr und am So 12. Januar um 17 Uhr in der Mühlematthalle Egerkingen statt.