Die Polizei brach am Samstagabend die Haustüre mit einem Rammbock auf. Die Spuren sind beim Hauseingang noch deutlich zu sehen. 

Seine Mutter habe im Bett gelegen, er sei beim Radiator am Fenster gestanden, als die Sondereinheit ins Schlafzimmer kam. Wie H.J.* gegenüber «Tele M1» erzählt, hätten die Polizisten ein Schutzschild getragen und «Hände hoch» gesagt. 

«Ich wusste genau, dass sie nicht schiessen dürfen», so der 57-Jährige. Ein Polizist habe dann gehandelt, ihn übers Bett gebeugt und ihm die Handschellen angezogen.

Der Mann wurde abgeführt und in die psychiatrische Klinik gebracht. 

Der Grund für den brachialen Einsatz der Polizei: J. nahm seine Mutter aus dem Altersheim zu sich Hause. Das hätte er laut Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) nicht machen dürfen. 

Der 57-Jährige ist sich aber sicher: Das Ganze war ein Missverständnis. Auf einem Dokument, das er erhalten habe, stehe, dass seine Mutter zuhause bleiben dürfe. 

Im Quartier ist J. als Querulant bekannt – und auch gefürchtet. Für Gerichtspsychiater Josef Sachs ist der Egerkinger ein typischer Querulant. «Sie lesen alles selektiv. Sie gewichten vor allem, was zu ihren Gunsten oder zu Gunsten ihrer Meinung spricht. Alles andere wird ausgeblendet.» (ldu)

*Name der Redaktion bekannt