Aedermannsdorf
Wie das «Sorgenkind Eisenhammer» die Behörden auf Trab hält

Das Gelände rund um die ehemalige Keramikfabrik in Aedermannsdorf beschäftigt die Baukommission seit Jahren. Gegen die Zustände auf dem Areal kann die Gemeinde nichts ausrichten — die Nutzung als Zwischenlager für ausrangierte Fahrzeuge ist gesetzeskonform.

Fränzi Zwahlen-Saner
Drucken
Teilen

Bruno Kissling

Das Gebiet Eisenhammer, die Aedermannsdörfer Industrie- und Gewerbezone, ist kein schöner Anblick. Schade für dieses geschichtsträchtige Quartier, in dem die Thaler Keramik ihre Geburtsstunde hatte und wo ein früher angesehenes Gasthaus die Thaler und Durchreisende bewirtete. Tempi passati - schon lange. Und keine gute Visitenkarte, die hier der Naturpark Thal abgibt.

Die Aedermannsdörfer Behörden sind sich dessen bewusst und die Zustände im Bereich Eisenhammer geben auch immer wieder Stoff für Traktanden der Sitzungen der örtlichen Baukommission. «Die Situation im Eisenhammer hat die Baukommission Aedermannsdorf in den letzten Jahren immer wieder und in verschiedenen Ausprägungen beschäftigt», schreibt auf entsprechende Fragen der Aedermannsdörfer Baukommissionspräsident Thomas Altermatt.

Er schildert: «Gegen die unterschiedlichen Besitzer der Parzellen und Liegenschaften mussten zum Teil Räumungsverfügungen verhängt werden, welche dann durch das Oberamt durchgesetzt wurden». Altermatt nimmt zu den einzelnen Liegenschaften Stellung, denn er betont: «In der subjektiven Beurteilung sollten die einzelnen Grundstücke und deren Problempunkte jeweils getrennt betrachtet werden.»

Zwischenlager gesetzeskonform

Heute werden rund um das seit Jahren geschlossene Restaurant Eisenhammer ungebrauchte Autos, ausrangierte Lastwagen und Wohnwagen abgestellt. Die Liegenschaft selbst gleicht einem Geisterhaus. Altermatt schreibt dazu: «Der Besitzer hat das Grundstück vermietet. Es werden dort alte Autos zwischengelagert. Ein Augenschein durch das Amt für Umwelt hat ergeben, dass dies gesetzeskonform ist.» Ob das Restaurant abgerissen werden soll, ähnlich wie das in der Herbetswiler «Wolfsschlucht» geplant ist, weiss Altermatt nicht. Man sei mit dem Besitzer nicht in Kontakt, erklärt er.

Ein laufendes Verfahren

Zur Liegenschaft vis à vis des Restaurants Eisenhammer schreibt Altermatt: «Der Besitzer lagert dort immer wieder Fahrzeuge, Container, etc. Die Baukommission hat diesbezüglich bereits zweimal eine Räumung verfügt, welche in einem Fall sogar durch das Oberamt durchgesetzt werden musste. Das heisst, das Grundstück wurde durch einen externen Dienstleister zwangsgeräumt. Da der Besitzer vor rund einem Jahr nach Ungarn ausgewandert ist, gestaltet sich der Zugriff für die Baukommission relativ schwierig. Aktuell haben wir dort ein laufendes Verfahren.»

Zum Entsorgungsbetrieb Hori Trans, welcher auf dem Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik angesiedelt ist, gebe es aktuell keine offenen Fragen für die Baukommission. «Wir haben uns auf die geltenden Gesetze zu stützen, während der Bürger natürlich das beurteilt, was er sieht und empfindet», schreibt Altermatt dazu.

Und zu den weiteren, abgestellten Fahrzeugen an der alten Landstrasse schreibt er: «Obwohl das Abstellen von Fahrzeugen auf einer Nebenstrasse vom Gesetz her gestattet ist, hat der Gemeinderat Aedermannsdorf beschlossen, ein Parkverbot zu erlassen, respektive das Parken nur noch in gewissen Zonen zu erlauben.» Dieses Projekt befinde sich momentan in der Umsetzung und solle bis Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.