In der Kategorie der Instrumentalisten gab es am diesjährigen Musikwettbewerb in Laupersdorf nur eine einzige regionale Teilnehmerin. Die anderen knapp 50 Teilnehmer dieser Kategorie kamen aus Zürich, Basel, gar Holland oder Brasilien. Nicht gerade ein Katzensprung in das kleine Thaler Dorf. Wo blieben denn die regionalen Musiker, denkt sich so mancher beim Betrachten der Ranglisten.

Diese sind versteckt, denn auf den Ranglisten der rund 130 Tambouren sind die Wohnorte nicht aufgelistet. Wer sich aber die Programmliste des Wettbewerbs anschaut, dem stechen vertraute Gemeinden ins Auge: Mümliswil, Laupersdorf, Balsthal, Neuendorf. Rund ein Drittel der Teilnehmenden stammte aus der Region.

Wettbewerb ist für alle offen

«Es wäre falsch, anzunehmen, dass der Musikwettbewerb nur Leute von ausserhalb unseres Kantons anzieht», stellt Präsident Peter Dietschi fest. «Das wechselt so oder so von Jahr zu Jahr.» Manchmal habe es mehrere regionale Teilnehmer, ein anderes Mal nicht einen einzigen. Geht man ein Jahr zurück, findet man wirklich vermehrt regionale Ortschaften, auch unter den teilnehmenden Instrumentalisten.

So waren im Jahr 2016 Interpretinnen und Interpreten aus Olten oder sogar Laupersdorf vertreten. Der Musikwettbewerb soll jedoch nicht innerhalb der kantonalen Grenzen gemessen werden, so Dietschi. Schliesslich sei der Wettbewerb schweizweit bekannt und lasse auch Teilnehmer von anderen Ländern zu.

Die Teilnahmebedingungen seien zudem von Anfang an recht einschränkend. «Wir präsentieren Musik auf höchstem Niveau.» Der Wettbewerb sei einer der höchsten Klasse, deshalb nähmen auch jeweils nur die Besten teil, was die Auswahl der Instrumentalisten sehr begrenze.

Dies ist der Grund, weshalb der Wettbewerb so offen sei. «Wir konzentrieren uns eher auf die Qualität, als auf die Quantität», sagt der Präsident. «Auch wenn das heisst, dass unsere Region nicht immer zahlreich vertreten ist.»

Zwar gebe es viele gute Musikschulen im Kanton, doch auf diesem Niveau reiche eine gute Schule nicht immer aus. «Natürlich hätten wir gerne immer viele Interpreten aus unserem Umfeld», sagt Dietschi. «Doch das ist nicht immer möglich.»

Eines steht für ihn jedoch fest: «Die diesjährige Rangliste der Instrumentalisten gibt ein falsches Bild auf die regionale Vertretung des Wettbewerbs.»

Gründung mit Tambourenverein

Bei den Tambouren war die Region Solothurn jedoch in diesem wie auch im Vorjahr stark vertreten. Der Präsident ist sich sicher: «Das liegt an der guten Zusammenarbeit mit dem Tambourenverein Laupersdorf.» Einer der Initianten des Musikwettbewerbs war Jakob Otter, langjähriger Präsident und Sektionschef des Vereins.

Er trug in den Anfangsjahren massgeblich zur Gestaltung und Durchführung des Anlasses bei. Wohl auch aus diesem Grund sind die hiesigen Tambouren Jahr für Jahr so zahlreich vertreten. Und diese seien schliesslich, laut Dietschi, nicht minder wichtig.

Zur Zeit der Gründung vor 48 Jahren sei der Wettbewerb stärker regional geprägt gewesen. Mit der Zeit aber hätten sich die Grenzen vermehrt ausgeweitet. «Mittlerweile sind wir von nationaler Bedeutung», sagt Dietschi und ist stolz auf die Grösse des Anlasses.

Unterstützung des Kantons

Unterstützt wird der Anlass durch diverse Sponsorenbeiträge. Einer dieser Beiträge stammt aus dem Lotteriefonds des Kantons Solothurn. «Verglichen mit anderen Veranstaltungen ist der Betrag bescheiden», sagt Dietschi. «Aber für uns ist er sehr wichtig und unerlässlich.»

Dass ein Musikwettbewerb im Kanton Solothurn durch den Kanton selbst unterstützt wird, ist nachvollziehbar. Macht es jedoch immer noch Sinn, wenn die Gelder an Auswärtige gehen?

Regierungsrat Roland Heim hatte auch am diesjährigen Musikwettbewerb wieder das Patronat inne. Er macht darauf aufmerksam, dass solche Anlässe im Kanton einen guten Ruf hätten und deshalb auch vom Kanton unterstützt würden.

In erster Linie gehe es zudem um die Kulturförderung, egal ob kantonal, national oder eben sogar international. «Dass sogar Leute aus dem Ausland kommen, beweist, dass dieser Wettbewerb einen guten Namen hat.»