Man kennt die eigentlich komische Situation: Es ist Sommer, trotzdem ziehen sich Musikformationen oder Chöre jetzt ins Studio zurück, um Weihnachtslieder für eine CD aufzunehmen. Denn die Produktion und Vermarktung der CD braucht Zeit.

Bei Figuren für eine Weihnachtskrippe kann es ähnlich sein. Deshalb befasst sich eine Gruppe von Frauen aus Balsthal bereits jetzt im Sommer mit der Herstellung einer Figurengruppe. Und es sollen eben keine gewöhnlichen sein, sondern sogenannte Schwarzenberger Krippenfiguren.

«Es wäre doch schön, wenn ...»

Der Grund dafür, dass es just solche sein sollen, liegt einige Jahre zurück. In der katholischen Kirche zu St. Marien Balsthal steht seit 2005 in der Weihnachtszeit eine Krippe dieser Art mit der Heiligen Familie und Hirten. Es wäre doch schön, hiess es schon damals, wenn noch die Heiligen Drei Könige hinzukämen. Nun, zehn Jahre später soll der Wunsch Wirklichkeit werden, wie dem «Kirchenblatt» zu entnehmen ist.

Die Schwarzenberger Figuren bestehen aus Textilien und sind nicht im Handumdrehen herzustellen. Regina Fluri, Sarah Dietschi Heutschi, Rösli Meier und Johanna Dreyer werden unter Anleitung von Doris Abegg, Meggen, das tun, sie hat reichlich Erfahrung mit der Herstellung von Figuren, vor allem im biblischen Kontext. Seit vielen Jahren gibt sie ihr Wissen weiter. Zudem ist sie Gründungsmitglied der Vereinigung Kursleiterinnen biblischer Figuren Schwarzenberg. Der Unterschied zu anderen Figuren besteht darin, dass die Gesichter weder durchmodelliert noch bemalt sind. Sie beziehen ihren Ausdruck von ihrer Körperhaltung und Gebärdensprache, was sehr anspruchsvoll ist. Im Weiteren sind die Kleidung und die Wahl der Stoffe ein prägendes Element. Hinzu kommt die Zusammenstellung der Gruppe.

Vielleicht noch ein Kamel

Möglich wird die Anschaffung respektive Herstellung der Figuren, weil beim Pfarramt verschiedene Spenden «für besondere Anschaffungen» eingegangen sind. Hinzu kommen Erlöse von Pfarreifesten sowie der persönliche, handwerkliche Einsatz der vier Frauen. Man sei auf gutem Weg, den erforderlichen Betrag für die Ergänzung der Krippe aufzubringen, schreibt Heinz Bader, Mitglied der Pfarreileitung St. Marien, im «Kirchenblatt». Zudem hofft er: «Wer weiss, vielleicht findet sogar noch ein Kamel den Weg nach Balsthal.» Gerechnet wird mit einem Gesamtaufwand von 5500 Franken – das Kamel bereits eingerechnet.