Bildung
Werden Primarschule und Kindergarten Holderbank bald schliessen?

Primarschule und Kindergarten Holderbank bereiten einen Marktstand vor – schon bald könnte es der letzte sein. Am Dienstagabend entscheidet der Gemeinderat, ob die Kinder ab 2016 weiter in Holderbank, in Langenbruck oder Balsthal unterrichtet werden.

Alois Winiger
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Fünft- und Sechstklässler umhäkeln Glasvasen mit buntem Garn.

Fünft- und Sechstklässler umhäkeln Glasvasen mit buntem Garn.

WAK

Sicher ist, dass die Primarschule und der Kindergarten Holderbank am Samstag in einer Woche auf dem Dorfplatz zum dritten Mal einen Marktstand betreiben werden. In den beiden letzten Jahren fand der Anlass vor Ostern statt, diesmal am Samstag vor Muttertag mit entsprechendem Angebot.

Nicht sicher ist hingegen, wie oft dieser kleine, mit viel Aufwand und Liebe vorbereitete Anlass noch stattfinden wird. Entscheidend wird sein, ob in der Primarschule und im Kindergarten ab Schuljahr 2016/2017 weiterhin in Holderbank unterrichtet wird - oder in Langenbruck oder in Balsthal.

Als es nämlich darum ging, die Pensen für die Lehrpersonen festzulegen, kam vom kantonalen Volksschulamt die Nachricht: «Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen ist im Hinblick auf das Schuljahr 2016/2017 die Planung einer Zusammenarbeit mit möglichen Schulträgern aus den Nachbargemeinden aufzunehmen.» Am Dienstagabend wird sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen.

Allerlei Schönes in Arbeit

Doch eines nach dem andern. Zuerst sind jetzt die Schülerinnen und Schüler dran, allerlei Schönes und Praktisches entstehen zu lassen, so etwa bedruckte Stofftaschen, Seifen in vielen Farben und Formen sowie Bilder.

Im Werkunterricht bei Sarah Henz sind die fünfte und sechste Klasse dabei - während aus einem Kassettenrecorder die Geschichte von «Globi und Wilhelm Tell» zu hören ist -, Blumenvasen mit farbigem Garn einzuhäkeln.

Eine Serie von Stofftaschen mit in Serviettentechnik aufgedruckten Sujets liegt schon bereit. Andernorts stehen Kaffeekapseln nach Farben sortiert bereit, aus denen dann Bilder gestaltet werden.

Werken für das Extrakässeli

So unterschiedlich die Produkte, so einheitlich das Ziel und die Motivation aller Beteiligten. Die Schüler haben den Plausch daran, im Werkunterricht etwas herzustellen, das öffentlich präsentiert und wenn möglich verkauft wird.

Der Erlös geht in ein Extrakässeli, aus dem nur dann Geld genommen werden darf, um etwas zu finanzieren, das nicht im normalen Budget Platz hat, ein Spielgerät etwa oder ein Extra in einem Schullager. Die Lehrkräfte arbeiten am Markttag umsonst und steuern Selbstgebackenes bei. Das Team der Lehrkräfte war es denn auch, das die Idee für den Marktstand hatte und realisierte.

Voller Einsatz - hier wie dort

Es scheint, dass sich weder Schüler noch Lehrkräfte davon beeindrucken lassen, dass ihre derzeitige Gemeinschaft schon bald auseinandergerissen werden könnte. Man schiebt keine Krise, sondern ist voll bei der Sache.

Das wird auch heute Abend der Fall sein, wenn der Gemeinderat über einen Antrag zu befinden hat, den die Schulleitung und die Ressortleitung Bildung stellt: Es soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die nach Lösungen für die Schule Holderbank sucht.

Für die Leitung der Gruppe wird Gemeinderätin Gabriela Dennler vorgeschlagen. Der Auftrag der Gruppe lautet: Formen der Zusammenarbeit mit den Gemeinden Balsthal und Langenbruck prüfen.

Eine Kostenrechnung erstellen für die verschiedenen Modelle, wozu auch gehört, was allenfalls mit dem leeren Schulhaus geschehen würde. Die Arbeitsgruppe hat bis im Februar nächsten Jahres Zeit, mindestens einen Vorschlag vorzulegen.

Überraschend kommt die Botschaft einer möglichen Schliessung der Schule nicht. Die Schülerzahlen gingen stetig zurück und der Trend wird sich fortsetzen. Mitte März wurden Eltern und Erziehungsberechtigte offen darüber informiert.