Laupersdorf
Wer wollte, durfte selber Feuerwehrmann sein

Die Feuerwehr Laupersdorf bot an der Hauptübung einen Erlebnisparcours.

Rudolf Schnyder
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Neue Gruppenführer (v.l.) Jonas Ackermann, Adrian Dummermuth, Markus Schaad; neuer Offizier Reto Dummermuth; Kommandant Christian Stark.

Neue Gruppenführer (v.l.) Jonas Ackermann, Adrian Dummermuth, Markus Schaad; neuer Offizier Reto Dummermuth; Kommandant Christian Stark.

Rudolf Schnyder

«Dieses Jahr wollen wir etwas Spezielles bieten und dem Publikum, auch den Kindern, die Möglichkeit, einmal selber als Feuerwehrmann oder -frau zu agieren», erwähnte Kommandant Christian Stark bei der Begrüssung zur diesjährigen Hauptübung. Erschienen waren rund 80 Personen, darunter etwa 20 Kinder, ferner Gemeindepräsident Edgar Kupper, Bürgergemeinde-Präsident Stefan Eggenschwiler sowie Vertreter der Feuerwehr Mittelthal und der Support-Feuerwehr Balsthal.

Vor dem Schulhaus Linden konnte sich das Publikum beim Posten «Bindungen, Rettungen» (Leitung Leutnant Reto Dummermuth) aktiv beteiligen mit Seilen (Rücken- und Brustbindung, Karabinerbremse) und auch bei verschiedenen Arten von Transporten. Rettungen über die Leiter via Fenster eines Schulzimmers fehlten nicht. Zum Thema Atemschutz (Leitung Oberleutnant Stefan Roth) konnte man an einem Sicherungsseil ins Untergeschoss des Gemeindezentrums führen lassen und in einem mit künstlichem Rauch gefüllten Schutzraum musste man versuchen, trotz sehr schlechter Sicht, Gegenstände zu erspähen.

Acht Einsätze, 2421 Übungsstunden

Acht Einsätze wurden im Jahr 2014/15 gezählt: Kellerbrand, brennendes Heu auf einem Feld, Waldbrand Malsenberg bei Gänsbrunnen, ein Herznotfall, ein Velo-Unfall und drei Wassereinbrüche. Der Übungsbesuch (2421 Stunden) lag bei über 80, beim Kader über 90 Prozent. Nie gefehlt haben Evelin Gerber, Lukas Brunner, Reto Dummermuth, Stefan Roth und Christian Stark. Wegen Wegzugs treten Jonas Däster und André Bussmann aus. Rekrutiert wurden Thomas Gasser, Remo Bläsi, Matthias Wälchli und Adrian Stettler. 32 Männer und eine Frau bilden das Korps. An 67 Tagen wurden Kurse besucht (doppelt so viele wie letztes Jahr). Adrian Dummermuth, Jonas Ackermann und Markus Schaad wurden zu Gruppenführern befördert, Reto Dummermuth zum Leutnant. Mit Oberleutnant Sascha Gunziger steht ein Instruktor in den Reihen der Feuerwehr Laupersdorf. Mit dem Samariterverein Laupersdorf besteht in den Bereichen Herznotfall und erste Hilfe eine gute Zusammenarbeit. (rsl)

Einsatz mit Wärmebild-Kamera

Oberleutnant Sascha Gunziger erklärte die Funktion einer Wärmebild-Kamera, die je nach Modell zwischen 5000 und 16 000 Franken kostet. «Damit kann man einen Brandherd lokalisieren, eine vermisste Person suchen oder den Füllstand eines Tanks bei einem Zisternenwagen feststellen. Sensoren wandeln Infrarot-Strahlen in ein elektrisches Signal um. Der Einsatz einer solchen Kamera spart vor allem Zeit», erklärte Gunziger.

Die Gäste konnten dann im Untergeschoss «Kreuzacker»-Halle selber auf die Suche nach Spuren gehen, was insbesondere die Kinder faszinierte. Leutnant Roger Probst stellte das Tanklöschfahrzeug vor, insbesondere das Material wie Feuerlöscher, Schaummittel, Motorsägen, Absperr-Material, Beleuchtungsmittel, Atemschutzgeräte oder Leitern. Der Wassertank für den Schnellangriff fasse 1500 Liter Wasser, erklärte Probst.

Das Publikum und auch die Kinder konnten dann zusammen mit den Feuerwehrmännern Leitungen aufbauen und aus vollen Rohren Wasser auf eine Wiese spritzen. «Diese Hauptübung war sehr speziell, hat das Publikum aktiv einbezogen, gab einen Einblick in das Wirken der Feuerwehr und war sehr abwechslungsreich», folgerte Gemeindepräsident Edgar Kupper.

Auch mit bescheidenen Mitteln sei ein zielführender Einsatz möglich, meinte er in Anspielung auf die beschränkten finanziellen Mittel. Adrian Gunzinger (Welschenrohr) brachte Grüsse des Bezirks-Feuerwehrverbandes Thal und lobte die spannende und für die Zuschauer interessante Hauptübung.