Holderbank

«Wer tut denn so etwas»? Ungiftige Natter mit zerschmettertem Kopf gefunden

Die Barren-Ringelnatter hält sich gerne am Wasser auf, wie dieses Exemplar zeigt.

Die Barren-Ringelnatter hält sich gerne am Wasser auf, wie dieses Exemplar zeigt.

Eine unter Schutz stehende Barren-Ringelnatter wurde vor kurzem tot aufgefunden. Judith Tschan aus Holderbank stellte Strafanzeige gegen Unbekannt.

Sie habe ein beachtliches Exemplar der unter Schutz stehenden Barren-Ringelnatter schon ein paar Tage vor Ostern am Augstbach bei Holderbank beobachten können, erzählt die Heilpädagogin Judith Tschan aus Holderbank. Als Verantwortliche für Amphibien des Natur- und Verschönerungsvereins Holderbank NVVH ist sie oft in der Natur unterwegs um zu Beobachten und zu Pflegen. «Und als ich ein paar Tage später wieder an dem betreffenden Platz vorbeikam sah ich, dass diese wunderschöne, harmlose Schlange, die sehr selten und bedroht ist, wahrscheinlich durch einem gezielten Steinschlag getötet worden war. Jedenfalls lag das Tier mit zerschmettertem Kopf im Wasser und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich um einen natürlichen Tod handelte.»

Der genaue Tathergang lasse sich nur erahnen, sagt Tschan weiter. «Wurde sie mit einem Stein erschlagen und in den Bach geworfen? Wurde sie von einem Hund attackiert? Ein Wildtier komme für diese Tat wohl eher nicht infrage, da die Natter nur am Kopf verletzt war.»

Man sollte wissen, dass diese Art – wie alle Reptilien – geschützt ist, ja sogar auf der «Roten Liste der bedrohten Tiere» steht. «Umso mehr freute es mich und viele andere Naturliebhaber, dass diese Art schon seit Jahren von Spaziergängern im Augstbach bei Holderbank beobachtet werden konnte», erzählt sie.

Töten ist strafbar

Auf jeden Fall gilt: Das Töten oder Verletzen von Reptilien ist strafbar. Deshalb hat Judith Tschan bei der Polizei auch eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. «Die Polizei war schon etwas erstaunt über meine Anzeige», sagt sie. «Doch wenn sich ein Zeuge oder gar ein Mitwisser der Tat meldet, muss die Polizei dem Delikt nachgehen.»

Sie habe Verständnis dafür, wenn jemand über den unerwarteten Anblick einer Schlange, gerade wenn sie über einen Meter lang ist, erschrickt. «Doch dann soll er sich vom Ort entfernen und das Tier in Ruhe lassen.» Zudem sollen Vierbeiner im Wald unter Kontrolle gehalten werden, sagt sie. «Der Tod dieser ungiftigen Barren-Ringelnatter ist ein schmerzlicher Verlust für diesen Lebensraum und alle Naturfreunde».

Meistgesehen

Artboard 1