1968 feierte Oensingen, genauso wie Laupersdorf, Matzendorf und Balsthal, seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren. Doch Oensingen ist von den vier Feiergemeinden in den vergangenen 50 Jahren am stärksten gewachsen. Tatsächlich lebten ums Jahr 1970 rund 3000 Einwohner dort. 2017 sagt die Statistik 6500 Bewohner – mehr als eine Verdoppelung also.

Diese Tatsache bewog das OK Kunstmarkt mit einer besonderen Idee, das Dorfjubiläum zu feiern. «Mit dem Anwachsen des Dorfes zur Gemeinde stellten wir uns die Frage: Wer lebt denn eigentlich heute in Oensingen?», erzählt der OK-Präsident Max Misteli. «Die Zeiten sind vorbei, als man nur Einheimische antraf und jeden im Dorf kannte.»

So sei man auf einige der Bewohner zugegangen und habe sie nach dem Grund ihrer Wohnsitznahme in Oensingen befragt. «Warum leben Sie in Oensingen?», sei die Hauptfrage gewesen. Und genauso vielfältig wie die Bewohner waren auch ihre Antworten. Misteli fasst zusammen: «Viele kamen wegen der Arbeit und der guten Wohnmöglichkeiten. Andere erzählten von einer Liebe, die sie nach Oensingen brachte, oder einem persönlichen Neuanfang, der hier Realität wurde.» Es gibt aber auch politisch Verfolgte, die in Oensingen eine neue Heimat fanden, oder solche, die Oensingen wegen der guten Verkehrsanbindung zum Wohnort machten. «Alle, die sich interviewen liessen, stellen wir in der Ausstellung mit Foto vor. Zudem ist vieles über ihr Leben zu erfahren», erzählt Misteli.

Vergangenes und Zukunft

Damit aber noch nicht genug, denn verteilt in allen Räumen des Schlosses sind Fotos noch von anderen Oensingern anzutreffen: Von Senioren und Seniorinnen, Kindergärtlern und Schülern bis zur 9. Klasse, Geschäftsleuten oder Handwerkern. «Die Schüler fragten wir, wo und wie sie sich in 25 Jahren sehen. Dazu sind interessante Aussagen zu lesen», erzählt Misteli. «Und die Senioren liessen wir ein Resümee über ihr Leben abgeben.» Da der Werkplatz Oensingen bei vielen Einwohnern einer der Hauptgründe ist, hier zu leben, werden die 20 grössten Industrie- oder Gewerbeunternehmen, die in Oensingen ansässig sind, mit Text und Bild ebenfalls vorgestellt. In einem weiteren Raum sind zudem die Trachten aus den zehn Herkunftsländern zu finden, deren Bewohner am häufigsten in Oensingen zu finden sind. Die Fotografien dieser bemerkenswerten und umfassenden Ausstellung stammen von Marcel Bobst und Tom Hug. Darüber hinaus wird mit einem Film, der vor 50 Jahren, anlässlich der 1000-Jahr-Feier, gedreht wurde, an die Vergangenheit erinnert.

Heute Freitag, um 19 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Bis 22 Uhr können die Räume besichtigt werden. Es gibt ein musikalisches Programm mit folkloristischen Beiträgen aus dem Ausland und der Schweiz. Am Samstag, 22. Sept., ist die Ausstellung von 14 bis 18 Uhr geöffnet und am Sonntag, 23. Sept., von 10.30 bis 17 Uhr. Dann talkt Max Misteli ab 10.30 Uhr mit Oensingern, die viel für das Dorf geleistet haben. Ein kleiner Kunsthandwerkermarkt, ein Verkaufsstand für das Oensinger 1050-Jahr-Buch, sowie Essensstationen runden das Angebot ab.