Holderbank
Wer ist Schuld an Finanzmisere? Fest steht: Gribi ist nicht gleich Gribi

«Wird Gribi Treuhand zur Rechenschaft gezogen?» Diese Frage wird gestellt im Zusammenhang mit der finanziell misslichen Lage der Gemeinde Holderbank.

Alois Winiger
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Heute wird in Holderbank in Sachen Gemeindefinanzen informiert.

Heute wird in Holderbank in Sachen Gemeindefinanzen informiert.

Hanspeter Bärtschi

Heute Donnerstagabend wird der Gemeinderat Holderbank an einer extra anberaumten Versammlung darüber informieren, wie das Projekt Sanierung Gemeindefinanzen angegangen und wer in den dafür eingesetzten Arbeitsgruppen mitwirken wird. Mit besonderer Spannung erwartet werden jedoch Antworten auf die vielen Fragen, welche besorgte Bürgerinnen und Bürger an den Gemeinderat gerichtet haben. Sie wollen wissen, wie es zur finanziell misslichen Lage der Gemeinde Holderbank kommen konnte. Und wer dafür Verantwortung zu übernehmen hat.

So wird denn auch wörtlich gefragt: «Wird das Treuhandbüro Gribi, Olten, für die falsche Beratung und Einschätzung der Gemeindesituation zur finanziellen Rechenschaft gezogen?» Die Frage zieht eine weitere nach sich: Wer genau ist da gemeint? «Jedenfalls nicht das immer wieder erwähnte Treuhandbüro Gribi in Olten», stellt Patrick Gribi klar, Inhaber der Treuhandfirma Gribi & Partner AG, Olten.

Nicht ganz überraschend

Ein Blick zurück: Mitte 2007 entschied sich die Gemeinde Holderbank, die Finanzverwaltung an die Oltner Gribi Treuhand AG zu übertragen, erste Ansprechperson war der damals 64-jährige Eugen Gribi und an ihm war es, an den Gemeindeversammlungen jeweils das Budget oder die Rechnung zu erläutern. 2008 ging Eugen Gribi in Pension und führte die Finanzverwaltung Holderbank eigenständig auf Mandatsbasis weiter. Sohn Patrick Gribi baute eine eigene Firma auf.

Das Engagement für Eugen Gribi in Holderbank wurde per Ende 2012 aufgelöst, seither führt die einheimische Daniela Bader die Finanzverwaltung. Das Ende der Zusammenarbeit kam nicht ganz überraschend. Gemeindepräsident Urs Hubler begründete es damals so: «Es kam nie so zum Funktionieren, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir wollten jemanden, der uns berät und Vorschläge macht.»

«Sehr wohl Eingaben gemacht»

Eugen Gribi dagegen hat anderes erlebt, wie er auf Nachfrage hin sagt. Er habe sehr wohl Eingaben gemacht. Solche sind in Protokollen von Gemeindeversammlungen auch tatsächlich zu finden. So wies er bei der Präsentation des Finanzplans 2008–2014 darauf hin, dass eine Erhöhung der Steuern unumgänglich sei. 2012 unterstützte er den Gemeinderat darin, der Steuerfuss sei ab 2013 von 130 auf 135 Prozentpunkte zu erhöhen, doch die Gemeindeversammlung lehnte dies ab. Mehrfach informierte er, dass das Steuerinkasso vernachlässigt worden sei und nun aktiv bewirtschaftet werde. Ferner entdeckte er, dass nicht alle Subventionen eingeholt worden seien.

«Aber letztlich», so betont Gribi, «gilt es zu unterscheiden zwischen der Aufgabe des Finanzverwalters und des Gemeinderats, der dann über Massnahmen zu entscheiden hat.»