Corona-Krise

«Wer in Balsthal wohnt, hat mehr vom Leben» – Gemeinde als Anlaufstelle für Nachbarschaftshilfe

Nicht überall gibt’s Hauslieferdienst, was Nachbarschaftshilfe notwendig macht.

Nicht überall gibt’s Hauslieferdienst, was Nachbarschaftshilfe notwendig macht.

Im grössten Ort des Thals hat die Nachbarschaftshilfe im Zeichen der Corona-Krise ein sehr menschliches Gesicht.

Vom Aufruf habe sie via Facebook erfahren, sagt Jessica Meister aus Balsthal am Telefon. Sie fand die Idee hervorragend, dass sich das offizielle Balsthal an der Organisation der Nachbarschaftshilfe beteiligt. So habe sie sich gemeldet. «Ich arbeite üblicherweise im Service. Und da läuft bekanntlich im Moment auch nichts mehr.» Deswegen habe sie auch Zeit und sei gerne bereit, für Senioren und andere Mitbürger, die aus gesundheitlichen Gründen unbedingt zu Hause bleiben sollten, Besorgungen zu machen.

Der Aufruf erfolgte am Freitag. «Wohl deshalb sind noch keine Aufträge reingekommen», sagt Jessica Meister. Aber der Aufruf zur Nachbarschaftshilfe hat etwas so Fürsorgliches und Eindringliches, dass keinen Zweifel daran, dass sich Hilfesuchende melden. «Wer in Balsthal wohnt, hat mehr vom Leben.» So endet der Aufruf zur Nachbarschaftshilfe, der von Gemeindepräsident Pierino Menna unterzeichnet ist.

Wer mithelfen will, Seniorinnen und Senioren zu versorgen, kann sich bei Hanspeter Dietschi, Mitarbeiter bei der Finanzverwaltung, ganz unkompliziert melden. Wer Nachbarschaftshilfe leisten will, wird auf der gemeindeeigenen Website mit Telefonnummer aufgeführt. Bis gestern Sonntag haben sich sieben Frauen zu dieser Dienstleistung bereit erklärt. «Ich find’ sehr gut, dass sich die Gemeinde quasi als Anlaufstelle anbietet», sagt Isabelle Meyer, wie Jessica Meister eine der sieben Frauen. «Wir wurden auch explizit gefragt, ob unsere Telefonnummern publiziert werden dürfen.» Isabelle Meyer ist zwar berufstätig, aber findet, wie sie am Telefon sagt, «immer wieder mal Zeit, in Sinne der Nachbarschaftshilfe tätig zu sein. Sie arbeite auch nicht zu 100 Prozent. «Mal schauen, wie sich die Aktion entwickelt», sagt sie. Dass es entsprechenden Bedarf gibt, ist unbestritten.

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