Balsthal

Wenn Zivilschützer Senioren zum Tanz bitten

Das gemeinsame Singen des «Schacher Seppeli» war ein Höhepunkt.

Das gemeinsame Singen des «Schacher Seppeli» war ein Höhepunkt.

Angehörige des Zivilschutzes sorgten im Altersheim Inseli für willkommene Abwechslung.

Im Alters- und Pflegeheim Inseli wurde bereits zum fünften Mal ein Tanzcafé durchgeführt. Eingeladen hatten die beiden Aktivierungstherapeutinnen Jeannette Eggenschwiler und Yvonne Frei, der DJ Gonzo alias Dani Peter und eine Gruppe von Zivilschützern.

Anfangs herrschte im Gemeinschaftssaal noch eine gespannte Ruhe. Sobald aber die fünf jungen Zivilschützer mit ihrer Instruktorin Dunja Bohren den Saal betraten, sich auf die einzelnen Tische verteilten und die Musik zu spielen begann, löste sich die Spannung und es begann eine gemütliche Vorstellungs- und Annäherungsrunde.

Nun, was haben Zivilschützer in einem Altersheim und sogar an einem Tanznachmittag zu suchen? Dunja Bohren vom Zivilschutzkompetenzzentrum in der Klus klärte auf: «Im Zivilschutz gibt es sechs Bereiche, in denen Dienst geleistet werden kann. Einer davon ist der Bereich Betreuung. Im Moment stehen die fünf Zivilschützer in der zweiwöchigen Grundausbildung.»

Beim heutigen Einsatz gehe es darum, den Umgang und die Kommunikation mit älteren Menschen zu fördern und die Freude dafür zu wecken. Daneben gebe es ganz praktische Dinge zu lernen wie zum Beispiel den Umgang mit Rollstühlen oder Rollatoren. Bei dieser Ausbildung gehe es allgemein darum, das öffentliche Gesundheitswesen im Ernstfall zu unterstützen, so Bohren.

Nach der Grundausbildung würden die ausgebildeten Betreuer in die Zivilschutzregionen eingeteilt, wo sie bis zum 40. Altersjahr ihren jährlichen zwei bis sieben Tage dauernden Wiederholungskurs absolvieren.

«War am Anfang etwas aufgeregt»

Der angehende Zivilschützer Philipp Rüegsegger bekundete: «Am Anfang war ich schon etwas aufgeregt. Wenn man aber im Saal ist und die Leute mitmachen, legt sich die Nervosität schnell.» Sie seien auch sehr gut vorbereitet worden und hätten sich auf diesen Einsatz gefreut.

Sowohl Jeannette Eggenschwiler wie Yvonne Frei betonten, dass sie mit den Zivilschützern nur positive Erfahrungen gemacht hätten, auch bei ganz andern Einsätzen. Wichtig seien allerdings immer ein gutes Vorbereitungsgespräch und nach dem Anlass eine Auswertung der gemachten Erfahrungen.

Die Zivilschützer sah man in verschiedenen Rollen. Sie waren Gesprächspartner, bedienten die Teilnehmer und forderten sie zu einem Tänzchen oder zum Mitsingen auf. Wer nicht tanzen wollte, sang oder summte die von Dani Peter aufgelegten alten Schlager und Evergreens mit, genoss einfach die Stimmung oder den Kuchen mit Kaffee, der zur Halbzeit serviert wurde.

Am Schluss liessen sich die meisten Heimbewohner zu einer Polonaise animieren. Mit dem gemeinsam gesungenen « I bi dr Schacher Seppeli» wurde das Tanzcafé für ein halbes Jahr geschlossen.

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