Weltberühmt waren die Kämme der Marke Kroko aus Mümliswil. Seit 1990 ist die Herstellerfirma verschwunden. Was aber wäre, wenn es die Marke heute noch gäbe? Mit dieser Frage beschäftigte sich 25-jährige Lina Jaeggi aus Mümliswil. «Man müsste dringend das Erscheinungsbild der Marke zeitgemäss auffrischen», antwortet sie.

Was sie darunter versteht, ist bis am 15. Dezember im Museum Haarundkamm zu sehen. Am Sonntag, 1. Dezember, 14.15 Uhr, wird sie persönlich durch die Ausstellung führen. Die Präsentation unter dem Titel «Redesign Kroko» ist zugleich ihre Diplomarbeit an der Hochschule der Künste in Zürich.

Schon als 16-Jährige fasziniert

Was hat Lina Jaeggi gereizt, dieses Thema anzugehen? «Ich bin in Mümliswil aufgewachsen. Seit ich 16 Jahre alt bin, habe ich im Museum, das damals noch Schweizerisches Kammmuseum hiess, mitgearbeitet», berichtet sie. Die Kämme hätten sie immer stärker fasziniert und sie habe sich gefragt, warum ein so schönes Produkt verschwinden konnte.

Das müsste doch auch heute, noch Erfolg haben. «Oder heute erst recht», betont Lina Jaeggi, «denn in einer Welt, in der wir vom Künstlichem, Unpersönlichem und Massenproduziertem umgeben sind, steigt das Bedürfnis nach dem Authentischen immer mehr. Von Hand hergestellte, einzigartige Produkte aus der Region werden immer beliebter.»

Von der Masse abheben

So hat sie sich denn bei ihrer Ausbildung zur Grafikerin, als die sie heute in Zürich tätig ist, die Aufgabe gestellt, wie mit einem Redesign des Kammherstellers Kroko, einerseits die Tradition des Unternehmens und anderseits das Handwerk des Kammmachens authentisch kommuniziert werden kann.

Das tönt theoretisch. Wie geht das praktisch? «Das Produkt muss ansprechend präsentiert, seine Authenzität betont werden», führt Lina Jaeggi aus. «Man muss spüren, dass hier etwas Handgemachtes angeboten wird, das sich von der Masse abhebt, modern und zeitgenössisch ist.» Noch konkretere Antworten gibt Lina Jaeggi gerne bei der erwähnten Führung in der Ausstellung «Redesign Kroko» und sie ist natürlich gespannt auf die Reaktionen. Vielleicht sind dann noch mehr Leute ihrer Meinung: «Wie schade, dass die Firma Kroko seinerzeit nicht selber auf die Idee gekommen ist, die schönen Kämme neu zu positionieren. Wer weiss…»

Öffnungszeiten Haarundkamm Mi bis Fr 14 bis 18 Uhr; Sa, So 11 bis 17 Uhr; nach So, 15. Dezember, geschlossen, ab Mi, 29. Januar 2014, wieder offen