Altersbetreuung

Wenn ein Verwaltungsratspräsident auf 12 Jahre zurückblickt: «Wir wollten auch B sagen»

Alfons von Arx vor dem Roggenpark Oensingen, einem der Standorte der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu.Bruno Kissling

Alfons von Arx vor dem Roggenpark Oensingen, einem der Standorte der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu.Bruno Kissling

Alfons von Arx, bis vor kurzem Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft und Alterbetreuung und Pflege Gäu, kurz GAG, blickt auf seine Amtszeit zurück.

Ein Dutzend Jahre lang war Alfons von Arx Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu, kurz GAG. Eine lange Zeit, wie der 72-Jährige lachend bestätigt, «aber eine spannende».

Zu Beginn ihrer Tätigkeit im Jahr 2004 dachten sich die fünf Mitglieder des GAG-Verwaltungsrates, sie würden vor allem für finanzielle Belange verantwortlich sein. «Bald haben wir festgestellt, dass dies nicht ausreicht», blickt Alfons von Arx zurück, «da von der neuen Genossenschaft nebst den baulichen auch betriebsorganisatorische Aufgaben zu bewältigen waren».

Aus drei Betrieben mit drei Standorten wurde ein Betrieb mit drei Standorten geschaffen. Die wichtigste Aufgabe des neuen Verwaltungsrates war es, Strukturen zu erschaffen, die wirtschaftlich und qualitativ funktionieren und zukunftstauglich sind.

Die Erkenntnis kam bald: Die bestehenden Altersheime in Egerkingen und Oensingen mussten ersetzt und nicht, so wie bisher angenommen, saniert werden. Anders als in Niederbuchsiten hätte eine Sanierung der bestehenden Heime in Egerkingen und Oensingen die Bedürfnisse der Altersheimbewohner nicht über längere Zeit zu befriedigen vermocht.

Die Aufgleisung des Projektes war intensiv: «Während der Bauphase war dieses Amt annähernd eine 100-Prozent-Beschäftigung», weiss von Arx, der damals schon pensioniert war und zu Beginn zudem das Amt des Oberbuchsiter Gemeindepräsidenten innehatte.

Eröffnungsfeiern als Höhepunkte

Seine Hauptaufgabe als VR-Präsident beschreibt von Arx als Moderator: «Ich habe die Sitzungen vorbereitet und dafür gesorgt, dass die, oft unterschiedlichen, Meinungen Gehör gefunden haben.» Das habe manchmal hitzige Diskussionen gegeben, seien im Rat doch starke Persönlichkeiten vertreten gewesen, so von Arx.

So seien sie nach und nach in die unerwartete Dimension, die das Projekt mittlerweile angenommen hatte, hineingewachsen. Verändert habe sich im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren einiges: «Die Thematik der Altersversorgung ist bedeutender geworden.» Dies, weil der Altersdurchschnitt der Bewohner steige: «Senioren, die gar nicht oder nur leicht pflegebedürftig sind, bleiben so lange wie möglich zu Hause, werden dort durch die Spitex versorgt und kommen erst in ein Alterszentrum, wenn ihr Pflegebedarf grösser ist», berichtet von Arx.

Verändert hätten sich auch seine Aufgaben als Präsident: Bis 2011 bzw. 2014 waren die Neu- bzw. Umbauten der drei Alterszentren in Egerkingen, Oensingen und Niederbuchsiten die Hauptprojekte. Seither standen eher kleinere Aufgaben auf dem Programm, der Zeitaufwand verringerte sich.

Nun, nach zwölf Jahren ist der gesamte ursprüngliche Verwaltungsrat zurückgetreten. Die fünf weiteren Mitglieder, die seit 2014 dazu gestossen sind, bleiben dem Gremium erhalten. Dass die nun Abgetretenen diesen Schritt tun würden, hätten sie schon im Jahr 2012 angekündigt. «Es erschien uns als unklug, während der Erstellung der Neubauten zurückzutreten.

Wir wollten nicht nur A, sondern auch B sagen», erklärt Alfons von Arx die Beweggründe des Rates. Dass alle Ursprungs-Mitglieder zwölf Jahre lang dabei waren, zeuge von der Qualität des Teams, so von Arx. Und betont: «Ohne das Team hätten wir es nie so weit gebracht.» Im gleichen Atemzug erwähnt Alfons von Arx die Arbeit der Mitarbeitenden, «die auch in den turbulentesten Zeiten das Schiff auf Kurs hielten und somit für einen geordneten Betrieb sorgten».

Langweilig wird dem neuen Verwaltungsrat indes nicht. «Die Bewilligung für das Demenzzentrum in Niederbuchsiten läuft noch bis im Jahr 2021», weiss von Arx und ergänzt, dass der neue Verwaltungsrat nun auf der Suche nach einer Anschlusslösung sei. «Man ist auch im Gespräch mit den Thaler Gemeinden», verrät er.

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