Eine Jacht, zehn Goldfische, zehn Gäste und ein Kinderlied: Dies sind die Zutaten, die es für die packende Neuinszenierung des Krimis «Und dann gabs keinen mehr» von Agatha Christie benötigt. Das Theaterstück wurde von Regisseur Joël Eschmann in Thaler Mundart übersetzt und in die heutige Zeit adaptiert. Der Dramatisch-Literarischen Gesellschaft (DLG) Balsthal gelang diese Umsetzung des Krimiklassikers aus dem Jahr 1939 einwandfrei und die Schauspieler vermochten das Premierenpublikum im Rösslisaal bis zum Schluss zu fesseln.

Angst und Misstrauen keimen auf

Das Bühnenbild, für das sich Rolf Glanzmann verantwortlich zeigt, stellt den Aufenthaltsraum auf einer Jacht dar. Ausgestattet mit einem opulenten Eingang durch Glastüren, einer Bar mit einer grosszügigen Auswahl an Getränken, diversen Sitzmöglichkeiten und einem Klavier, lässt die Kulisse keinen Zweifel daran, dass sich die Schauspieler tatsächlich auf dem Meer befinden könnten. Nach und nach treffen sich zehn Personen auf der Jacht, allesamt im Auftrag oder auf Einladung eines Ehepaares, welches aber zum Staunen aller selbst nicht anwesend ist.

Kurz nachdem alle auf der Bühne versammelt sind, beschuldigt eine mysteriöse Stimme die Gäste eines Verbrechens. Nach und nach schaukelt sich die Stimmung zu Argwohn und Angst hoch, und als analog der Strophen des Kinderliedes «10 kleine Goldfischlein» die Gäste nach und nach zu Tode kommen, wird nicht nur die aufkeimende Angst mimisch sichtbar, sondern auch das Misstrauen den andern gegenüber wächst.

«Mir si uf dere Jacht gfange, wie Fisch i em Aquarium», ruft schliesslich auch Philip Lombard, gespielt von Beat Rudin aus, als man zur Erkenntnis kommt, dass die Toten wohl kaum durch Zufall gestorben sind. Und schliesslich wird dem pensionierten Richter Lawrence Wargrave (Toni Nussbaumer) gar klar: «Dr Mörder ... isch eine vo öis!» Sarkastische Bemerkungen mischen sich in spannungsaufgeladene Dialoge und vermögen es so immer wieder, bissige Pointen zu setzen.

Akteure wissen zu überzeugen

Trotz einzelner Versprecher schafft es das gesamte Ensemble bis zum Schluss in den Rollen zu bleiben, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und den Figuren einen überzeugenden Charakter zu verleihen. Gerade als das Stück auf seinen Höhepunkt zusteuert, überzeugen die Schauspieler mit ihren mimischen Leistungen und lassen das Publikum die Beklemmung und das Misstrauen nachempfinden. Nebst den genannten Schauspielern Toni Nussbaumer und Beat Rudin kann auch Mirjam Merz mit der ganzen Palette an Emotionen, von der höflichen bis hin zur verängstigten und von Panik befallenen Sekretärin Vera Claythorne, überzeugen.

Marc Olivier schafft es, den pflichtbewussten Kapitän Thomas Rogers zu spielen, und Jeannine Kölliker mimt die fromme Gläubige Emily Brent überzeugend. Daneben spielt Sabine Müller die Nervenärztin Dr. Louise Armstrong, die selbst kurz vor einem Zusammenbruch steht, Ruedi Baumgartner den ehemaligen Polizisten William Blore und Rolf Glanzmann wird auf der Bühne zum schwerhörigen Oberst Horatio Mackenzie. Den eher kleineren Rollen als Stella Rogers, Mary Marston und Sophie Wargrave werden Katrin Nyffeler, Rebekka Gabi und Lena von Arb gerecht.

Weitere Aufführungen: 21., 22., 23., 28., 29., 30. November, 4. und 5. Dezember, jeweils 20 Uhr; sonntags 17 Uhr. Rössli-Bar ab 19 Uhr geöffnet; Sonntag ab 16 Uhr. Vorverkauf: Kornhaus Balsthal, Telefon 062 386 88 88