Der Autor Ray Cooney ist ein Meister der akribisch genau konstruierten Katastrophe – in atemberaubendem Tempo jagt er seine Figuren von einem Unglück ins nächste. Sehr zum Vergnügen des Publikums.

SVP-Nationalrat Arthur Aebi verbringt anstelle einer Fraktionssitzung ein Schäferstündchen mit der Sekretärin der SP in einem nahegelegenen Luxushotel. Als sie in der Hotelsuite plötzlich eine Leiche entdecken, wird Arthurs Sekretär Ruedi, der Mann für alle Fälle, bestellt, um die Affäre im Sinne der Regierung zu regeln.

Doch die Verwicklungen eskalieren, da einige unerwartete Gäste auftauchen; der eifersüchtige Ehemann, ein geldgieriger Kellner, eine Spitex-Angestellte mit Liebeswallungen, die sehr auf Ordnung bedachte Managerin des Hotels, ein orientierungsloser Privatdetektiv und nicht zuletzt die Ehefrau des Nationalrates. Als auch noch die Leiche Auferstehungstendenzen hat, gerät die Situation für Arthur und Ruedi zunehmend ausser Kontrolle.

Auch in diesem Jahr hat Manuela Glanzmann für den Auftritt der Theatergruppe die Regie übernommen. Mit grosser Professionalität führt sie die Spieler in ihre Rollen. Es ist erfrischend zu beobachten, wie die Figuren an Charakter gewinnen.

Dieses Stück verlangt, wie kein anderes, blinde Textsicherheit. Denn das Spieltempo ist so rasant, dass keine Zeit bleibt, nach den richtigen Worten zu suchen. Szenen werden x-mal wiederholt, bis auch dem letzten Spieler die Puste ausgeht.

«Wenn’s nid asträngend isch, denn machsch es falsch!», erklärt Manuela Glanzmann ruhig und sachlich. Und plötzlich blitzt ein Leuchten in ihren Augen auf: «Weisch, was au no cool wär?» Und bevor man Luft holen kann, wird noch Gestik akzentuiert und Mimik präzisiert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Genau im Sinne von Ray Cooney. (mgt)