Dass die Konzerte der Konkordia Egerkingen von besonderer Qualität sind, hat sich in der Szene herumgesprochen. So freute sich Präsidentin Barbara Junker, am Wochenende zahlreiche Gäste in der Mühlematt-Halle begrüssen zu dürfen. Der Erfolg der letzten Jahre sei zum grossen Teil ihrem «Maestro» zu verdanken, dem Tessiner Dirigenten Carlo Balmelli, eröffnete sie das Jahreskonzert.

Die «Overture Jubiloso» des Amerikaners Frank Erickson vermochte gleich zu Beginn das Publikum mit Klang und Interpretation zu beeindrucken. Eine leicht vom Jazz beeinflusste Bassmelodie wird im Mittelteil abgelöst durch ein «religioso». Schroffe Rhythmen leiten den letzten Teil ein, virtuos und mit wohlklingenden Fanfaren erreicht das Thema hier turbulent seinen Höhepunkt.

Das Posaunenkonzert von Nikolai Rimski-Korsakow hat drei Sätze. Als Solist amtete hier der Maestro persönlich. Balmelli konnte mit weichem Ton in den Kantilenen und Virtuosität in den Kadenzen auch als Posaunist musikalisch überzeugen. Dirigiert von Thomas Oeschger begleitete ihn das Orchester präzis und aufmerksam.

Vorspiel für Musikfest in Graubünden

Das Kantonale Musikfest Graubünden findet im Juni in Arosa statt. Dort wird die Konkordia Egerkingen als Selbstwahlstück «Dance Movements» vortragen. Der 67-jährige Engländer Philipp Sparke hat dabei das volle Spektrum des Blasorchesters zur Verfügung gehabt.

Die «Dance Movements» basieren auf verschiedenen Tanzrhythmen und -stimmungen. So ist der erste Satz der lateinamerikanischen Musik gewidmet. Im zweiten Satz intonieren die Holzbläser eine Melodie im englischen Stil. Im Dritten flüstern zuerst die Trompeten, nach einem kleinen, zauberhaften Intermezzo der Harfe mit dem Vibraphon setzen Horn und Posaune in Szene.

Die Trompeten erstürmen schliesslich triumphierend den Gipfel. Der Schlusssatz dieses Meisterwerkes beginnt mit einem Schlagzeugsolo und erinnert an die Musik Leonard Bernsteins.

Zwei Zugaben für Publikum

Der Posaunist Michael Nünlist, der die Stücke mit klaren Worten vorstellte, konnte nach der Pause den Jubiläumsmarsch 1967 ansagen, den der Egerkinger Musiker Heinz Studer seinerzeit für die Konkordia geschrieben hat.

Der anwesende Komponist war nun selber Jubilar, konnte er doch am 9. Januar seinen 80. Geburtstag feiern. Mit ein paar humorvollen Worten erzählte er von der Entstehung dieses wohlklingenden Marsches und würdigte die Leistungen des Ensembles und des Dirigenten.

Joe Hisaishi ist ein japanischer Filmkomponist. Der Anime-Film «Mein Nachbar Totoro» ist eine Märchengeschichte. Das Medley dazu beginnt mit träumerischen Klängen und einer Prise fernöstlichem Charme. Die unterhaltsamen Melodien fanden beim Publikum grossen Gefallen.

Die Komposition «The Ghost Ship» von Jose Alberto Pina basiert auf der Geschichte des Schiffswracks der SS American Star. «The Ghost Ship» machte mit seinem dramatischen Geschehen Eindruck. Es waren aber auch stille Momente zu geniessen, so das schöne Oboensolo sowie das Flötensolo mit Harfenbegleitung und das kurze Oboenduett.

Das frenetisch applaudierende Publikum erhielt noch zwei Zugaben. Zuerst erklang «Dance of the Chabad Chassidim» mit einem typisch hebräischen Klarinettensolo und zuletzt der Solothurner Marsch von Stephan Jaeggi.