Wolfwil
Wenn das «Chalet» bis 15. Oktober nicht abgebaut ist, greift der Staat ein

Der Wolfwiler Liegenschaftsbesitzer Reto Felber möchte die vom Kanton verfügte Frist für den Rückbau des ohne gültige Baubewilligung erstellten Häuschens verlängern, weil er dieses verkaufen will. Er sei am Verhandeln, so Felber. Der Kanton winkt ab.

Erwin von Arb
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Hausbesitzer Reto Felber möchte das chaletartige Häuschen erst dann rückbauen, wenn er dafür einen Käufer gefunden hat.

Hausbesitzer Reto Felber möchte das chaletartige Häuschen erst dann rückbauen, wenn er dafür einen Käufer gefunden hat.

Erwin von Arb

Rund sieben Monate sind vergangen, seit das Bundesgericht den Entscheid des Bau- und Justizdepartementes (BJD) bestätigte, welches am 5. Mai 2011 den Rückbau des ohne gültige Baubewilligung erstellten zweigeschossigen Häuschens bei der Liegenschaft 2 a in Wolfwil verlangt hatte. Geschehen ist bis jetzt offenbar nichts, wie ein Augenschein in Wolfwil vermuten lässt. Das mache nur den Anschein, versichert Besitzer Reto Felber. Er habe das Urteil des Bundesgerichts akzeptiert, auch wenn wenn er deswegen zuerst ein wenig frustriert gewesen sei.

Haus soll verkauft werden

Gegen den vom BJD verfügten Rückbau des Häuschens bis 15. Oktober will sich Felber denn auch im Grundsatz nicht wehren. Er brauche aber mehr Zeit. Dies, weil er derzeit in Verhandlung mit mehreren Interessenten stehe, welche das Haus nach dem Rückbau kaufen wollten, um dieses dann wieder aufzubauen. Die allfälligen Käufer müssten aber zuerst in ihren Wohngemeinden ein Baugesuch stellen. «Das dauert halt seine Zeit, ist aber wichtig, damit das Haus nach dem Rückbau nicht zwischengelagert werden muss. Die Bauteile könnten sich dabei verziehen», bemerkt Felder. Deshalb habe er vorsorglich beim BJD ein Gesuch für eine Verlängerung der Frist eingereicht.

Dass er nun wegen des verordneten Rückbaus viel Geld ans Bein streichen muss, mache ihm nichts aus, sagt Felber. «Ich wusste beim Kauf der Liegenschaft im Jahr 2011 vom hängigen Verfahren und welches Risiko ich damit eingehe», meint der 45-jährige Elektroinstallateur darauf angesprochen. Das Häuschen habe er eigentlich als Hundezwinger für seine vier Hunde nutzen wollen. «Nach dem Urteil habe ich aber darauf verzichtet, damit sich die Tiere nicht schon nach kurzer Zeit wieder an eine neue Umgebung gewöhnen müssen.» Eine wohnähnliche Nutzung des Häuschens wie vom BJD ins Feld geführt, sei für ihn aber nie zur Debatte gestanden. Darum habe er auch die beanstandete Isolation umgehend entfernt. «Auch deshalb kann ich noch immer nicht recht nachvollziehen, warum das Haus trotzdem abgerissen werden muss. Offenbar war es dem Kanton einfach zu schön», sagt Felber nun doch noch Emotionen offenbarend. Den Wert des besagten Häuschens, im dem nur noch Grümpel gelagert werde, beziffert er mit etwa 50 000 Franken.

BJD: «Besitzer hatte genug Zeit»

Beim BJD stösst das Gesuch des Wolfwiler Hausbesitzers um eine Erstreckung der Frist für den Rückbau auf wenig Gegenliebe. «Darauf werden wir sicher nicht eintreten», stellt Christoph Schlaefli, Leiter des BJD-Rechtsdienstes, klar. Das BJD werde sich am 15. Oktober bei der örtlichen Baukommission erkundigen, ob der Rückbau erfolgt sei. «Wenn das Haus dann noch immer steht, werden wir das Oberamt mit der Vollstreckung des Rückbaus beauftragen, hält Schlaefli unmissverständlich fest. Die einzelnen Bauteile müssten dann halt zwischengelagert werden. Darauf könne keine Rücksicht genommen werden. «Inzwischen ist genug Zeit verstrichen, um eine Lösung zu finden», findet Schlaefli.

Und: Dass das Häuschen nicht für Wohnzwecke genutzt werde, ändere nichts daran, dass der Bau nicht den eingereichten Plänen des Baugesuches entspreche. Die maximal erlaubte Ausbauquote von 30 Prozent sei massiv überschritten worden. Felbers Bemerkung, dass er nach dem Rückbau des Häuschens keinen Unterstand mehr für sein Brennholz habe, lässt Schlaefli nicht gelten. Besagtes Holz sei bisher auch nicht in diesem Haus gelagert worden. Und wenn ein solcher Bedarf bestehe, sei die Bewilligung eines Unterstandes durchaus im Bereich des möglichen. Für allfällige Voranfragen stehe das BJD gerne zur Verfügung.