Der FC Mümliswil hat diese Saison in der 2. Liga wiederum einen speziellen Spielplan. Weil der heimische Fussballplatz saniert wird, tragen die Guldentaler in der Vorrunde alle Spiele in der Fremde aus, in der Rückrunde warten dann nur noch Heimspiele. Letzte Saisons war es genau umgekehrt. Mit den speziellen Umständen konnte das Team von Trainer Bruno Kaufmann in der Vorsaison gut umgehen. Am Ende schaute der achte Schlussrang heraus. Und die Mümliswiler entschieden letzte Saison beide Thaler Derbys für sich – mit 4:2 und 4:0. In der Endabrechnung lag aber der FC Welschenrohr als Tabellenvierter klar vor dem Rivalen.

Mümliswil startete furios in die neue Saison. Gleich mit 5:0 gewann die Kaufmann-Elf das erste Spiel gegen den FC Härkingen. Darauf folgte ein 1:0-Sieg gegen Deitingen. Seither befinden sich die Guldentaler aber in einem Tief: 1:3 gegen Trimbach, 2:3 gegen Niederbipp trotz 2:0-Führung bis zur 55. Minute und schliesslich eine deutliche 0:4-Niederlage beim FC Grenchen. Immerhin konnten die Mümliswiler am letzten Dienstag im Cup-Sechzehntelfinal gegen Canspor wieder einmal ein Erfolgserlebnis verbuchen. An den 5:1-Erfolg gegen den Fünftligisten knüpfte Mümliswil denn auch gleich im Derby gegen Welschenrohr an. Bereits mit dem ersten Eckball gingen die Gäste am frühen Sonntagmorgen auf dem Mühlacker in Führung. Christian Bader traf nach der Flanke von Robin Disler per Kopf. Gespielt waren noch keine fünf Minuten.

1:1 statt 0:2

Obwohl Mümliswil in der Folge mehr Ballbesitz hatte, kam Welschenrohr zu Torchancen. Tobias Fankhausers Eckball in der 9. Minute streifte die Querstange, Manuel Müller verfehlte das Ziel in der 14. Minute mit einem Linksschuss. Somit war der Ausgleich in der 24. Minute nicht unverdient. Die Müller-Brüder setzten dabei den ersten Nadelstich gegen ihren Ex-Verein. David legte quer für Manuel, der den Ball mit links flach in der entfernten Torecke versorgte. Es war das erste Saisontor für Welschenrohrs Topskorer vom Dienst.

Ärgerlich für die Mümliswiler: Sie hatten es unmittelbar vor dem Ausgleich verpasst, die Führung auf zwei Längen auszubauen. Nach einer schönen Kombination über Robin Disler und David Kohler scheiterte Nicola Ackermann mit seinem Abschluss an Welschenrohr-Goalie Marco Hug.

Entscheidung in der 83. Minute

In der zerfahrenen zweiten Halbzeit dauerte es länger als eine Viertelstunde bis zur ersten nennenswerten Torszene. Diese gehörte den Gästen aus Mümliswil. Goalie Nico Gradwohl lancierte Roger Wehrli mit einem weiten Auskick. Doch dessen Schuss wurde zur Beute von Hug. Wie auch der Nachschuss von Kohler, den sich der FCW-Goalie ebenfalls krallte. Für die Gastgeber kam der Ausgleichsschütze Manuel Müller in der 69. zu einer Möglichkeit. Gradwohl lenkte den Weitschuss über die Latte. Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. Der Lucky-Punch gelang schliesslich dem FC Welschenrohr, der zuletzt ebenfalls in einer Krise gesteckt hatte. Nach dem Startsieg gegen den SC Blustavia (3:2) holte das Team von Trainer Christoph Büschi in vier Spielen nur noch einen Punkt.

Zum Mann des Spiels avancierte David Müller, der vor zwei Jahren seinem Bruder Manuel zum FC Welschenrohr gefolgt war. Mit seinem herrlichen Freistosstor in der 83. Minute brach er seinem Ex-Klub Mümliswil im Derby das Genick. Die Guldentaler rannten in den Schlussminuten zwar noch einmal an, mehr als zwei Halbchancen schauten aber nicht mehr heraus. Dank des Siegs im Direktduell zog der FC Welschenrohr auch in der Tabelle am FC Mümliswil vorbei und liegt neu auf Platz acht.

Welschenrohr – Mümliswil 2:1 (1:1)
Mühlacker. – 287 Zuschauer. – SR: von Arx, Stalder/Lack. – Tore: 4. Ch. Bader 0:1. 24. M. Müller 1:1. 83. D. Müller 2:1.

Welschenrohr: Hug; Liniger (59. S. Eggenschwiler), R. Christ, E. Christ, D. Müller (90. Altermatt); T. Fankhauser, J. Faganello, Danila, (80. P. Eggenschwiler), Stampfli; M. Müller, A. Fankhauser.

Mümliswil: Gradwohl; Kamber, J. Ackermann, Pa. Wehrli, Ch. Bader; Hammer, J. Disler, Kohler, R. Disler (70. Ph. Wehrli); N. Ackermann (84. J. Müller), R. Wehrli (77. Widmer).
Bemerkungen: Verwarnungen: 78. Stampfli, 82. Ch. Bader (beide Foul). – Cornerverhältnis: 9:5.