Gemeindeversammlung

Welschenrohr senkt den Steuerfuss und bleibt die günstigste Gemeinde im Thal

Welschenrohr bleibt mit einem neuen Steuerfuss von 121 Prozent die günstigste Thaler Gemeinde.

Welschenrohr bleibt mit einem neuen Steuerfuss von 121 Prozent die günstigste Thaler Gemeinde.

Dank grossem Eigenkapital und steigender Steuerkraft senkt die Thaler Gemeinde ihren Steuerfuss auf 121 Prozent.

Die neue Gemeindepräsidentin gab sich angenehm pragmatisch: Ohne viel Gerede führte Theres Brunner durch die sechs Traktanden ihrer ersten Budgetgemeindeversammlung als Präsidentin, zu der gleich 48 Stimmberechtigte erschienen. Sie seien jedoch nicht wegen ihr gekommen, sagte Brunner, sondern wegen gewisser Traktanden.

Das Budget 2020 mag es allerdings nicht gewesen sein, denn viel Opposition gab es beim Haupttraktandum nicht: Schliesslich genehmigte der Souverän mit einer Gegenstimme und ohne Wortmeldungen die Herabsetzung des Steuerfusses für natürliche Personen um drei Prozent auf 121 Prozent. Damit bleibt Welschenrohr die steuergünstigste Gemeinde im Thal. «Wir können nicht weiterhin Eigenkapital scheffeln», begründete Beat Allemann die Entscheidung. Mit rund 1,5 Millionen Franken sei die eigene Kasse bereits gut gefüllt. Ein Aufwandüberschuss von gut 46000 Franken ist in dieser Hinsicht vernachlässigbar. Auch fällt die Reduktion des kantonalen Finanzausgleichs um knapp 200000 Franken kaum ins Gewicht, da die Steuerkraft der Gemeinde gestiegen ist.

Auf mehr Interesse als die Finanzen stiessen die Investitionsvorhaben von netto 355500 Franken für das kommende Jahr: 60000 Franken werden in die Sanierung der Turnhallen fliessen, weitere 60000 Franken in den Unterhalt der Kanalisation und 190000 Franken in die Sanierung der Mühlebachstrasse. Letztere sorgte für Diskussionen, bevor sie trotz drei Gegenstimmen genehmigt wurde: Der Einwand, dass man bei der Sanierung auch gleich die Wasserleitungen erneuern solle, wurde zwar anerkannt. Allerdings seien keine konkreten Massnahmen bei der Sanierung der Strasse geplant. Man werde sich selbstverständlich um marode Leitungen kümmern, hiess es weiter. Ob es somit gelingt, die budgetierten Kosten von 190000 Franken einzuhalten, wird sich weisen. Auch mit der Umgestaltung des Friedhofs für 55000 Franken holte sich der Gemeinderat Gegenstimmen. Die grösste Uneinigkeit jedoch herrschte bei der Erhöhung der Hundesteuer von 100 auf 130 Franken: Sie wurde mit elf Gegenstimmen und vier Enthaltungen angenommen.

Fusion soll im Jahr 2020 konkret werden

Gegen Ende der relativ kurzen Versammlung informierte Stefan Schneider, Präsident der Arbeitsgruppe Fusion, über den Stand der Fusionsarbeiten mit Gänsbrunnen: Die Gemeindeordnung sei bereits erstellt und vom Kanton vorgeprüft worden. Als Nächstes stünden der Finanzplan und die Dienst- und Gehaltsordnung auf dem Plan. Ende Januar 2020 werde die Arbeitsgruppe die Räte beider Gemeinden informieren, bevor am 9. März eine Informationsveranstaltung für die Einwohner stattfindet. Bei einer anschliessenden ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 23. März werde darüber abgestimmt, ob die Fusion an die Urne soll. Die Urnenabstimmung wäre auf den 17. Mai angesetzt. Laufe alles nach Plan, werde die Fusion am 1. Januar 2021 abgeschlossen sein.

Die Gemeindepräsidentin verabschiedete die Gemeindeversammlung mit der Frage: «Wart ihr mit der Versammlung zufrieden? Bitte bezeugt dies mit dem Hochhalten eurer Hand.» Sie sorgte damit für einen humorvollen Abschluss ihrer ersten Gemeindeversammlung als Präsidentin von Welschenrohr. «Ich bin zufrieden», sagte sie im Anschluss. Einzig beim Stimmenzählen gab es bei ihrer Premiere noch Schwierigkeiten.

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