Welschenrohr
Nach sechs Jahren ist Schluss: Café Colette schliesst wegen Corona

Colette Rieder macht die Tore ihres Tearooms inmitten des Welschenrohrer Dorfzentrums zu.

Walter Schmid und Fränzi Zwahlen-Saner
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Colette Rieder inmitten ihres Mobiliars aus dem gleichnamigen Café in Welschenrohr. Nach sechs Jahren schliesst sie es.

Colette Rieder inmitten ihres Mobiliars aus dem gleichnamigen Café in Welschenrohr. Nach sechs Jahren schliesst sie es.

Walter Schmid

«Ich hätte gerne noch weitergemacht», meint Colette Rieder vom Café Colette im Zentrum von Welschenrohr. «Aber unter diesen Umständen ist es mir leider nicht möglich. Denn die Fix­kosten laufen weiter.» So ist die Schliessung des Tearooms an der Hauptstrasse 363 definitiv.

Das Inventar steht fein säuberlich aufgereiht und bereit zum Verkauf. Bereits im vergangenen Jahr musste das Tearoom coronabedingt für zwei Monate schliessen und seit Ende Dezember ist es komplett geschlossen. Ein Öffnungstermin ist nicht in Aussicht. Die vorhandenen Vorräte musste Rieder verschenken. Und neu starten und den Betrieb wieder hochfahren mag sie nicht.

Vor sechs Jahren übernahm Rieder das Tearoom in der Liegenschaft Thalhof nach mehrmonatiger Schliessung. In dieser Zeit wurde es ­renoviert, wobei sie mitreden durfte. So präsentierte sich das Café Colette, wie sie es fortan nannte, als heller Gastbetrieb mit neuem Mobiliar. Bald stellten sich treue Gäste ein: junge und ältere Leute, Mütter mit Kindern, Passanten. Alle hätten das Angebot der gelernten Bäckerin-Konditorin geschätzt.

Die Familie half, das Café zu betreiben

Im Untergeschoss des Thalhofs richteten sich vorerst ein Blumenladen, dann eine Boutique mit Papeterie und Geschenk­artikeln ein, was zur Belebung des Betriebes beitragen sollte.

Im Sommer 2019 sah es noch so aus, als würde der Cafébetrieb weitergehen.

Im Sommer 2019 sah es noch so aus, als würde der Cafébetrieb weitergehen.

Bruno Kissling/Archiv

Rieder half auch mit, die Welschenrohrer Fasnacht zu fördern. Sie konnte dabei auch auf die Unterstützung von ihrem Mann Roland und den drei Söhne zählen. Auch ihre Eltern halfen regelmässig aus. Denn die Führung des Cafébetriebes als Einzelperson ist nicht einfach.

Zu Konkurrenz und vielen Diskussionen führte dann die Eröffnung der Bäckerei Katha­rina vis-à-vis in der Überbauung Rosetta. Das führte schliesslich zur Belastung für beide Be­triebe.

Mittlerweile hat Rieder bei der Einwohnergemeinde Welschenrohr, der Eigentümerin der Liegenschaft Thalhof, die Kündigung eingereicht. Sie muss sich vorerst mit der Liquidation des Inventars und der Räumung des Betriebes befassen. Sie versucht, möglichst viel auf einem Flohmarkt abzu­setzen. «Ich möchte die sechs Jahre nicht missen. Ich habe viel gelernt im Umgang mit Lieferanten, Kunden und Gästen», sagt sie abschliessend. Doch eine gewisse Wehmut ist zu ­spüren.

Der Gemeinderat bedauert und sucht Nachfolgelösung

Der Welschenrohrer Gemeinderat hat die Schliessung des Tearooms ebenfalls beschäftigt und als Traktandum auf seiner letzten Sitzung besprochen. Abschliessend sagt Gemeindepräsidentin Theres Brunner: «Zum Thema kann ich sagen, dass der Gemeinderat die Gründe der Schliessung versteht, den Entscheid von Frau Rieder aber sehr bedauert.»

Man werde nun einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin suchen und man hofft, dass das Tearoom als solches weitergeführt werden könne. «Doch es ist uns auch bewusst, dass die aktuellen Umstände derzeit nicht gerade motivierend sind», so Brunner zum Schluss.

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