Ende Januar fand ein offenes Casting für Schauspiel-Talente in der Balsthaler Tennishalle statt. Gesucht wurden Akteure, die sich für das Theaterstück «Die Schmelzi» zur Verfügung stellten, welches zur 1050-Jahr-Feier von Balsthal ab Mitte August uraufgeführt wird. Die Organisation liegt in den Händen der Dramatisch-literarischen Gesellschaft DLG Balsthal.

Verfasser des Stückes und Regisseur ist der Härkinger Theatermann Christoph Schwager. «Wir hatten eine sehr gute Resonanz auf unser Casting», sagt Hugo Meyer, vom Vorstand der DLG. «Leider fehlen uns immer noch etwa vier männliche Darsteller, denn es braucht für dieses Stück naturgemäss mehr Männer als Frauen». Deshalb hat Christoph Schwager nochmals für den 24. März ein Casting anberaumt.

Die Schauspieler und Schauspielerinnen stammen mehrheitlich aus Balsthal, verrät Meyer. Dazu kommen Akteure aus Oensingen, Niederbipp, Laupersdorf, Aefligen, Untersiggenthal, Wangen oder Hägendorf. Es sind also Darsteller aus der näheren und weiteren Umgebung des ehemaligen Arbeitgebers Eisenwerk, die sich für das Stück interessieren.

Insgesamt werden für das Theater 25 Darstellerinnen und Darsteller gebraucht. «Die Schmelzi» soll dem Publikum ein Stück Arbeiter- und Industriegeschichte der Region auf unterhaltsame und berührende Art und Weise näherbringen.

Finanzierung steht zu 75 Prozent

Die Finanzierung dieses Freilicht-Theaters, welches auch überdacht werden und pro Vorstellung von 250 Personen besucht werden kann, sei bis zu 25 Prozent gesichert, sagt Meyer. Auch deshalb, weil der Regierungsrat des Kantons Solothurn via Lotteriefonds vor kurzem eine Defizitdeckungsgarantie in der Höhe von 20'000 Franken gesprochen hat.

Man sei zufrieden damit, so Meyer, auch wenn man sich etwas mehr Mittel erhofft habe. «Es gilt nun, bei potenziellen Sponsoren nochmals nachzuhaken, auch bei den umliegenden Gemeinden, die alle auch eine Eisenwerk-Vergangenheit haben.»

Ausser Balsthal, welches mit insgesamt 18'000 Franken die Initialzündung für das Theatervorhaben gegeben habe, sei bisher lediglich aus Holderbank ein Sponsorbeitrag eingetroffen, erzählt Meyer. Das Gesamtbudget für das Theaterprojekt beläuft sich auf 193'000 Franken. «Wir hoffen, durch Ticketverkauf bis zu 80 Prozent der Kosten erwirtschaften zu können», erklärt Meyer.

Dafür bieten die Theatermacher Sponsoren und Besuchern auch spezielle Arrangements. «Wir glauben, mit einem Eintritt von 39 Franken einen moderaten Preis anbieten zu können. Zudem besteht vor Ort die Möglichkeit, sich zu verpflegen ob bei Apéro, Essen oder Absacker».

Liegenschaft in Konkursmasse

Geklärt hat sich in den letzten Wochen auch die Ungewissheit mit dem Spielort. «Lange waren wir nicht ganz sicher, ob wir auf dem von uns bevorzugten Teil des Roll-Areals auch wirklich spielen können», erklärt Meyer. Der Grund war, dass dieses Gelände momentan zu einer Konkursmasse gehört, über welches das Konkursamt Zug die Federführung hat.

«In den nächsten Tagen können wir mit dem für uns zuständigen Konkursamt Solothurn einen Vertrag unterzeichnen, in welchem uns gestattet wird, auf dem Gelände zum gewünschten Zeitpunkt Theaterspielen zu können.» Ob bis dahin die Versteigerung der Liegenschaft durchgeführt ist oder nicht, soll die Theatermacher nicht tangieren. «Eine entsprechende Klausel wurde abgemacht», so Meyer.

Zwölf Aufführungen mindestens

Die Aufführungen starten am 17. August und dauern bis zum 9. September. Es sind zwölf Abende plus Ersatzdaten geplant.

Nach Ostern beginnen die ersten Proben, verrät Hugo Meyer weiter. Diese werden regelmässig weitergeführt mit einem Unterbruch während der Sommerferien. Es sei geplant, den Vorverkauf ab Mitte Mai starten zu lassen. Die Tickets sollen dann am Schalter der OeBB und online via Ticketfrog erhältlich sein.

Weitere Informationen unter: www.schmelzi-klus.ch oder www.dlg-balsthal.com