Gretzenbach
Weil Karpfen verendete, verzögerte sich die ganze Sanierung

Die Sanierungsarbeiten am «Weiher im Zingg» in Gretzenbach haben sich wegen eines Verfahrens verzögert. Der Fischereiaufseher hatte geklagt, weil beim Auspumpen ein ausgesetzter Karpfen verendete.

Beat Wyttenbach
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Weiher im Zingg
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Daniel Kleger zeigt, wo der Abfluss mit Schieber hinkommt.

Weiher im Zingg

Beat Wyttenbach

Als diese Zeitung vergangenen Herbst über die Entleerung des «Weihers im Zingg», einem kantonalen Naturreservat im Süden Gretzenbachs, berichtete, wäre es laut Revierförster Daniel Kleger das Ziel gewesen, den Abfluss zum Gretzenbach hin zu Beginn dieses Jahres zu errichten und im Frühjahr den Weiher wieder aufzufüllen.

Weil aber ein – wohl ausgesetzter – Karpfen das Entleeren des Gewässers nicht überlebt hatte und dies bekannt geworden war, habe sich, so Kleger, der Fischereiaufseher veranlasst gefühlt, am 19. September vergangenen Jahres eine Anzeige gegen ihn wegen Widerhandlung gegen das Fischereigesetz zu erheben.

In seiner Nichtanhandnahmeverfügung vom 16. Dezember 2013 hatte Untersuchungsrichter Urban Gubler jedoch verfügt, dass die Strafanzeige «nicht an die Hand genommen» und das Verfahren entsprechend eingestellt wird. Die zur Last gelegten Straftatbestände seien nicht erfüllt.

Die bereits vorgenommenen Arbeiten hätten keine Bewilligung benötigt, und da es sich beim «Weiher im Zingg» um einen Amphibien-Teich handle, habe Kleger «nicht wissen können, dass beim Auspumpen des Weihers ein Karpfen verenden würde».

«Baugesuch einreichen»

Dieses Verfahren spielt bei der Weihersanierung insofern eine Rolle, als dass nicht nur die Arbeiten verzögert wurden. Der Kanton sei auch, laut Kleger, auf das Projekt aufmerksam geworden und habe gefordert, dass ein Baugesuch an den Kanton eingereicht werden müsse. Dies, weil der zu bauende Einlaufschacht mit Ablaufrohr und Schieber zum Gretzenbach hin sich ausserhalb der Bauzone befinde. Im Verlaufe des Frühlings habe dann das Amt für Raumplanung das geforderte Baugesuch eingereicht.

Mit Verfügung vom 3. Juli hat das Finanz- und Volkswirtschaftsdepartement festgehalten, dass alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien und somit die Bewilligung für das Bauvorhaben erteilt werden könne. Allerdings wurden 23 Punkte verfügt, die eingehalten werden müssen. So sind an das Bauvorhaben diverse Auflagen geknüpft.

Ferner sei die Bestockung ausserhalb der Baugrube zu schonen. Das Aufkommen von invasiven Neophyten wie dem Drüsigen Springkraut und der Kanadischen Goldrute sei zu bekämpfen. Der Fischereiaufseher sei über das Ablassen des Teichwassers zu informieren. Es dürfen keine Trübungen oder Verunreinigungen in den Gretzenbach gelangen. Der Weiher darf nur im Winterhalbjahr entleert werden. Und das angrenzende Waldareal darf weder beansprucht noch beeinträchtigt werden.

«Offerten einholen»

Dies sind die wichtigsten der 23 Punkte. Und somit dürfte der Weihersanierung nichts mehr im Wege stehen. «Den Weiher hat man unterdessen so belassen, wie er ist», erzählte Kleger. In einer Restfläche von einer Are tummeln sich noch Wasserfrösche und Molche. «Fische hat es nun hoffentlich keine mehr, sonst müssen wir abfischen», so der Revierförster. «Sobald der Auftrag der zuständigen Behörde vorliegt, werden wir Offerten für die Abfluss-Arbeiten einholen. Im Verlaufe des Herbstes sollte dann der Abfluss eingelegt werden können.»

Ziel sei es einerseits, den Weiher jährlich zu entleeren, um die Neophyten wirksam bekämpfen zu können. Bei der Krebsschere, einer Wasserblattpflanze, könne man wohl erfolgreich sein, beim Drüsigen Springkraut oder der Kanadischen Goldrute sehe es jedoch schwieriger aus, schätzte Kleger die Lage ein. «Andererseits wollen wir im Zeitraum Oktober/November den Weiher wieder auffüllen, damit jene Amphibien, welche im Wasser überwintern, dies auch tun können», erklärte der Revierförster.