Nomination
Wegen Steuerpranger: Johanna Bartholdi ist für Swiss Award nominiert

Sie wurde durch den Steuerpranger berühmt, jetzt könnte sie eine schweizweite Auszeichnung bekommen: Die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi ist in der Kategorie «Politik» für den Swiss Award nominiert.

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Sorgte mit dem Steuerpranger für Kritik: Johanna Bartholdi

Sorgte mit dem Steuerpranger für Kritik: Johanna Bartholdi

Hanspeter Bärtschi

«Nominiert für ihre unkonventionelle Aktion zugunsten der ehrlichen Steuerzahler, die ihr viel Lob, aber auch Rügen einbrachte», schreibt das Schweizer Radio und Fernsehen.

Bekannt wurde Johanna Bartholdi schweizweit in dem sie im Juni 2013 an einer Gemeindeversammlung die Namen von sechs Egerkingerinnen und Egerkingern bekannt gab, die der Gemeinde Steuern schuldeten.

Daraufhin wurde die Gemeindepräsidentin angezeigt. Das Solothurner Verwaltungsgericht hat die Beschwerde im Dezember gutgeheissen.

Bartholdi ist in der Kategorie «Politik» zusammen mit der Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) und dem Unternehmer und Schaffhauser Ständerat (parteilos) Thomas Minder nominiert. (ldu)

Frau Bartholdi, sie wurden für den Swiss Award nominiert. Was bedeutet dies für sie persönlich.

Vor allem war ich überrascht, dass ich nominiert wurde. Natürlich freue ich mich über die Nomination, ich denke aber, dass die Sache für die ich eingestanden bin wichtiger ist als meine Person. Es sind alle Personen die mich unterstützt haben und das Anliegen welches ich vertrat, die durch die Nomination geehrt werden.

Von der Bevölkerung wurde Ihre «Aktion», trotz der Klage des Verwaltungsgerichtes, durchaus positiv aufgenommen. Haben Sie diese Unterstützung bemerkt, konnten sie davon in Ihrem Kampf profitieren?

Ja, definitiv. Aus der Bevölkerung ist sehr viel Unterstützung gekommen. Vor allem in Egerkingen selbst war die Rückmeldung sehr positiv. Viele bedanken sich bei mir und freuen sich, dass jemand aufgestanden ist und versucht hat die Dinge in die Hand zu nehmen um wirklich etwas geschehen zu lassen.

Haben sich in der Zwischenzeit Dinge verändert?

Ja. Man merkt, dass die Zahlungen im Durchschnitt schneller eingehen.

Was sagen Sie zu den beiden Kandidaten die mit Ihnen nominiert sind?

Da weiss ich noch gar nicht, wer diese beiden Personen sind.

Thomas Minder und Susanne Hochuli sind mit Ihnen nominiert.

Ah ja, dass Thomas Minder nominiert wird, habe ich mir schon fast gedacht. Wer den Preis mehr verdient hat, kann und will ich nicht sagen. Was ich sagen kann, ist, dass ein Thomas Minder oder eine Susanne Hochuli grösseres für die Schweiz geleistet haben als ich selbst.

Interview: Joshua Villing