Lärmschutz im Thal-Gäu

Wegen Lärm muss langsamer gefahren werden

Soll bald 500 Meter weiter in Richtung Aedermannsdorf zu stehen kommen: Das Schild, welches die Tempo-50-Zone aufhebt.

Soll bald 500 Meter weiter in Richtung Aedermannsdorf zu stehen kommen: Das Schild, welches die Tempo-50-Zone aufhebt.

In Matzendorf soll auf halbem Kilometer langsamer gefahren werden. Auch in Oensingen und Gänsbrunnen sind ähnlich Massnahmen getroffen worden. Grund dafür sind lärmtechnische Sanierungen.

Gleich in drei Gemeinden der Amtei Thal-Gäu liegen Lärmschutzprojekte auf. Diese wurden nötig, weil: «Gemäss dem Umweltschutzgesetz und der Lärmschutzverordnung müssen Strassen, bei welchen Lärmgrenzwertüberschreitungen vorliegen, lärmtechnisch saniert werden», wie Rolf Müller vom Amt für Verkehr und Tiefbau erklärt.

Alle betroffenen Strassen müssen bis 2018 instand gesetzt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sind auch Subventionen durch den Bund garantiert. Diesem Umstand wurde nun in Oensingen, Gänsbrunnen und Matzendorf Rechnung getragen, weil einzelne Strassen laut Lärmbelastungskataster aus dem Jahr 2015 sanierungsbedürftig seien.

Temporeduktionen

«Dabei ist ein sogenanntes Lärmsanierungsprojekt zu erstellen, wenn Lärmgrenzwertüberschreitungen vorliegen oder wenn Überschreitungen vermutet werden», so Müller. «In erster Priorität müssen die Massnahmen an der Lärmquelle geprüft werden.» Dazu seien Geschwindigkeitsreduktionen, lärmdämmende Beläge, Umleitungen probate Lösungen.

In zweiter Priorität wird versucht, die Lärmverbreitung zu verhindern, etwa mit Lärmschutzwänden. «Als Letztes ist noch abzuklären, ob Schallschutzfenster eingebaut werden müssen», erklärt Müller. Schallschutzfenster seien aber keine Lärmschutzmassnahme an sich, sondern kommen nur zum Zug, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht umgesetzt werden können.

50 statt 80

Eine einschneidende Massnahme sieht der Kanton in Matzendorf vor. Möchte er doch die Tempo-50-Strecke innerorts ausweiten. Auf der Thalstrasse in Richtung Aedermannsdorf soll das Temporegime mit 50 km/h auf gut 500 Meter weitergeführt werden. Lärmmässig profitieren werden dabei die Liegenschaften auf der Nord- und Südseite der Strasse.

Diese Massnahme sei sinnvoll, weil bei Messungen der Lärmbelastung an der Thalstrasse die Grenzwerte an diversen Orten überschritten seien, wie im Projektbericht festgehalten wird. Da der Strassenbelag erst 2035 einer Sanierung bedarf und das Aufstellen von Lärmschutzwänden nicht möglich sei, ist die Temporeduktion die einzige Möglichkeit, den Lärm zu vermindern.

Die Temporeduktion ist momentan jedoch nur ein Vorschlag, bis zu einer allfälligen Umsetzung vergehen wohl 4 bis 5 Jahre. Dies weil die Bewilligung einer Temporeduktion im Rahmen eines anderen Verfahrens genehmigt werden muss.

Grenzwerte im Griff

In Oensingen wurde die Kestenholzstrasse überprüft. Bei der Abklärung stellte sich jedoch heraus, dass die Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden. Dies sollte laut Bericht zudem bis zum Ende des Planungshorizonts 2036 so bleiben.

Die Verkehrsberechnungen gehen zwar von einer Steigerung der Fahrten aus, von einer Einführung einer Temporeduktion auf 30 km/h wurde dennoch abgesehen, da die Grenzwerte auch bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen in den nächsten 20 Jahren nicht überschritten werden.

Und auch die Teilstrecke der Hauptstrasse in Gänsbrunnen gibt zu keinen Temporeduktionen Anlass. Untersucht wurde ein Teil der Strasse in der Nähe des Restaurants St. Joseph. Dabei wurde festgestellt, dass der Einbau eines lärmmindernden Strassenbelags im Zuge der nächsten Sanierung vollkommen ausreicht.

Dieser Einbau sei ungefähr für das Jahr 2022 vorgesehen, wie es im Bericht heisst. Doch auch ohne diese Massnahmen würde die kritische Lärmgrenze nicht überschritten werden. Darum wird keine andere Massnahme empfohlen.

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