Walter Heutschi, der Besitzer des Hotel Balsthals und damit auch Eigentümer des alterwürdigen Rössli (s. Kontext) hatte eigentlich mit dem Gasthof Rössli etwas ganz Neues vor. «Ich wollte eigentlich den Saal aufheben und im Gebäude Appartements einerseits für Hotelgäste, andererseits auch altersgerecht eingerichtete Wohnungen für Senioren einbauen. Doch das geht in diesem Gebäude nicht. Es steht alles unter Denkmalschutz».

So musste sich Heutschi für das Haus etwas anderes überlegen. «Dann bleibt alles halt so, wie bisher: Das Rössli behält seinen Saal und die fünf Seminarräume. Ebenfalls die schönen Hotelzimmer. Wir dürfen im Rössli keine Wände herausreissen, und schon gar nicht die Aussenfassade verändern.»

Einerseits störe ihn diese Tatsache, sagt Heutschi unumwunden; schliesslich ist das Haus in seinem Besitz. Andererseits sieht er schon auch die Bedeutung des Gebäudes für das Ortsbild von Balsthal.

Er holt etwas aus: «Wir hatten ursprünglich vor, zuerst die Scheune des Hotels Balsthal (vormals Kreuz-Scheune) umzugestalten und dort einen Saal und einige Zimmer einzubauen. Ebenso wäre das Gelände darunter mit einem unterirdischen Parkhaus versehen worden. Aber diese Pläne sind vorerst auf Eis, denn der Saal im Rössli muss erhalten bleiben.»

Eine von aussen sichtbare Veränderung

Die durch die Sanierung von aussen sichtbarste Änderung wird der neu gestaltete Eingangsbereich sein. «Wir verlegen den Eingang auf jenen Bereich, wo vorher die BKBE ihren Sitz hatte», erklärt Heutschi. «Dort entsteht so ein grosszügiger Eingangs- und Aufenthaltsbereich, der rollstuhlgängig ist.» Dort soll auch ein Personenlift eingebaut werden, denn: «Die beiden jetzigen Eingänge via Treppen sind sehr unpraktisch.»

Doch klar ist, dass insbesondere die berühmte «Rösslistäge» erhalten bleiben muss. «Keine Angst», sagt Heutschi. «Das bleibt, wie es ist. Im Innern des Rössli werden die Gästezimmer sowie die Seminarräume aufgefrischt und mit der modernsten Technik ausgerüstet. Und natürlich wird auch der Saal modernisiert und mit einer Aufbereitungsküche im hinteren Bereich sowie einem Warenlift, der an der Aussenfassade im Bereich gegen die Dünnern aufgebaut wird, ausgerüstet. So können im Saal Bankette abgehalten werden, bei denen 250 bis 300 Personen warm essen können», erklärt der Besitzer. Die Fenster und die gesamte Beleuchtung wird ausgewechselt. «Aber ein Grundsatz bleibt: Wir dürfen keine Wände wegreissen».

Die alte Gaststube bleibt drinn

Nun sind im Rössli auch heute nicht bloss Seminarräume, Fremdenzimmer und der Saal zu finden. Es gibt auch noch die alte Gaststube, die zwar nicht als solche in Betrieb ist. Deren hölzerner Innenausbau ist noch wie einst erhalten geblieben und steht ebenfalls unter Schutz. «Auch die Gaststube rühren wir nicht an», sagt Heutschi. «Wir nutzen sie weiter als Pausenraum für die Seminarbesucher. Dies wird allgemein geschätzt.» Ebenfalls keine Änderung soll es für die Galerie Rössli geben, die seit 51 Jahren in einem Kellergewölbe des Rössli untergebracht ist.

Die Sanierungsarbeiten starten voraussichtlich im Sommer 2020 und zwar mit der Neueindeckung des gesamtes Rössli-Daches. «Das Haus ist gar nicht oder nur sehr schlecht isoliert. Da kann man sich vorstellen, dass ein neues Dach eine der wichtigsten Massnahmen sein wird», sagt der Besitzer. «Mitte November 2020 soll dann mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden. Das Haus wird dann sicher ein Dreivierteljahr geschlossen bleiben».

Grosses Problem Parkplatzsituation

Der von ihm zunächst angestrebte Umbau der Kreuz-Scheune ist mit der Rössli-Sanierung nicht vom Tisch. «Wir werden uns überlegen, wie wir die Scheune, die in diesem Volumen erhalten bleiben soll, nutzen wollen. Die Parkplatzsituation rund um das Hotel Balsthal muss auf jeden Fall auch verbessert werden.»