Matzendorf
Wasserschaden in der Sporthalle ist bald Geschichte

Die Fertigstellung der 3,5 Millionen Franken teuren Sporthalle befindet sich zum zweiten Mal in der Schlussphase. Eigentlich müsste sie bereits fertig sein, die Abschlussarbeiten sollen jedoch noch bis Mitte Mai dauern. Die Einweihung ist, wie vorgesehen, am 2. Juli. geplant.

Erwin von Arb
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Der Bodenbelag in der Sporthalle wird wegen eines Wasserschadens komplett ersetzt.

Der Bodenbelag in der Sporthalle wird wegen eines Wasserschadens komplett ersetzt.

Erwin von Arb

Eigentlich hätte die neue Sporthalle in Matzendorf anfangs Woche den Schulen und den Dorfvereinen zum Probebetrieb übergeben werden sollen. Der vom Gemeinderat Ende Mai 2015 beim Spatenstich genannte Termin kann allerdings nicht eingehalten werden, wie ein Blick in die Halle deutlich macht. In dieser wird noch immer am Bodenbelag gearbeitet.

Die auf Sporthallenböden spezialisierte Firma schleift derzeit die Übergänge der zuletzt eingebauten Holzplatten plan, um danach darauf eine 8 Millimeter dicke Dämmungsmatte zu verlegen. Darauf muss im Anschluss nur noch die bekannte rote Polyurethanbeschichtung mit den Bodenmarkierungen verlegt werden. Danach kann die 28 Meter lange und 16 Meter breite Halle benutzt werden.

«Soweit waren wir dieses Jahr schon einmal», sagt Gemeindeschreiber Armin Kamenzin mit ernster Mine. Am 12. Februar sei bei der Wasserenthärtungsanlage ein unter Druck stehender Behälter geplatzt und in der Folge grosse Mengen Wasser ausgetreten. Der Defekt trat Abklärungen zufolge etwa um 22 Uhr abends auf und wurde erst am darauf folgenden Morgen um 7 Uhr entdeckt. 50 bis 70 Kubikmeter Wasser ergossen sich in dieser Zeit aus dem Technikraum in die benachbarte Halle.

250'000 Franken hoher Schaden

Versuche, den durchnässten Hallenboden maschinell auszutrocknen seien schliesslich auf Anraten von Experten eingestellt worden, wie Kamenzin berichtet. Die Gefahr, dass die für den mehrschichtigen Bodenaufbau verwendeten Holzteile von einem Pilz befallen würden, wurde von Experte als zu hoch eingestuft. Und weil auch die Halle fast ausschliesslich aus Holz besteht, konnte ein Übergreifen des Pilzes auf tragende Teile der Konstruktion nicht ausgeschlossen werden.Deshalb wurde entschieden, den gesamten Hallenboden zu ersetzten.

Der Schaden von rund 250 000 Franken übernimmt die Versicherung. Kamenzin erwähnt in diesem Zusammenhang die unkomplizierte und konstruktive Zusammenarbeit mit der Versicherung. Das habe sich natürlich positiv auf die zeitlichen Abläufe ausgewirkt. Die Gesellschaft nehme aber Regress gegen die Verantwortlichen der schadhaften Entkalkungsanlage.

Die Arbeiten am Hallenboden sowie andere noch laufende Abschlussarbeiten sollen gemäss aktuellem Zeitplan noch bis etwa Mitte Mai andauern. Die Bauabnahme soll Ende Mai erfolgen und die Einweihung der neuen Sporthalle wie vorgesehen am 2. Juli.

Für den Schulsport gebaut

Bereits ein paar Wochen vorher kann voraussichtlich der Probebetrieb in der Sporthalle aufgenommen werden. Gebaut wurde die mit 3,6 Mio. Franken veranschlagte Sporthalle vor allem für den Schulsport. Deshalb wurden Obergeschoss zwei geschlechtergetrennte Garderoben mit Duschen sowie ein Nassraum für die Lehrerschaft eingebaut. Im Erdgeschoss befinden sich ferner rollstuhlgängige WC-Anlagen. Beide Geschosse sind mittels eines Lifts verbunden.

Belegungsplan ist ausgebucht

Ihr Interesse zur Benützung der Halle haben übrigens auch alle sportlich aktiven Dorfvereine angemeldet. Der Belegungsplan sei praktisch ausgebucht, so Kamenzin. Negative Reaktionen wegen der rund fünf Wochen später erfolgenden Freigabe der Halle habe es keine gegeben. Er denke, alle seien froh, dass es überhaupt eine neue Sporthalle gebe, meint Kamenzin mit Blick auf die alte Halle beim Schulhaus. Sie genügt den Ansprüchen schon lange nicht mehr.

Im Juni 2014 bewillige die Gemeindeversammlung Matzendorf einen Kredit von 2,5 Mio. Franken für den Bau der neuen Sporthalle. Dies als Ersatz für die rund 50 Jahre alte und nicht mehr den gültigen Standards entsprechende Sporthalle.

Im Juni 2015 musste die Gemeindeversammlung einen Nachtragskredit in der Höhe von 1,1 Mio. Franken sprechen, weil in der ersten Kostenberechnung einige Details nicht berücksichtigt wurden.

Trotz spürbarem Widerstand aus der Versammlung wurde der Zusatzkredit von 1,1 Mio Franken und damit die Aufstockung des Gesamtkredites auf 3,6 Mio. Franken mit 63 gegen 50 Stimmen gutgeheissen.