Gäupark Egerkingen
Was macht der Lockdown mit dem grössten Einkaufszentrum der Region?

Ein bisschen mehr als nur das Nötigste: Die Massnahmen zum Corona-Virus haben das pulsierende Einkaufstreiben im Gäupark von einem Tag auf den anderen gestoppt. Nur noch die für die Versorgung relevanten Läden dürfen öffnen.

Yann Schlegel
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Beinahe-Stillstand im Gäupark: Die Ruhe nach der bundesrätlichen Verordnung am Dienstagvormittag.

Beinahe-Stillstand im Gäupark: Die Ruhe nach der bundesrätlichen Verordnung am Dienstagvormittag.

Bruno Kissling

Viele Ladenstoren und Gitter bleiben am Dienstagvormittag im Gäupark verriegelt. Der orangenfarbene Schriftzug der Migros aber leuchtet die Kunden wie gewohnt an. Musik säuselt durch die Lautsprecher des Konsumtempels, wie immer. In der Café-Bar der grossen Eingangshalle bleiben die Stühle hochgestuhlt. Am anderen Ende der Halle erinnert eine grosse Stellwand an den 20. Geburtstag, den das Shoppingcenter in diesem Jahr feiert.

Das Corona-Virus und seine Folgen haben das pulsierende Einkaufstreiben im Gäupark, einem wichtigen Arbeitgeber der Region, von einem Tag auf den anderen gestoppt. Nur noch die für die Versorgung relevanten Läden dürfen öffnen. Die Rollrampen bleiben nahezu leer. Im Obergeschoss ist bloss noch die Drogerie Müller geöffnet.

Ein zweites Leben für die Setzlinge und Blumen

Vor dem Coop Bau+Hobby ist eine Handvoll Mitarbeiter damit beschäftigt, mit Blumen und Setzlingen befrachtete Wagen rauszuschieben. Auf dem oberirdischen Parkplatz hinter dem Shoppingcenter, wo Coop sein Reich hat, werden die Pflanzen angeboten, sodass sie vielleicht doch noch einen Abnehmer finden. «Jetzt haben die Menschen Zeit für ihren Garten und vielleicht können wir ihnen damit eine Freude machen», meint eine Verkäuferin. Am Vorabend sei im Gäupark nochmals Hektik aufgekommen, nachdem der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausrief. Wie bereits in den letzten Tagen wollten sich viele Menschen noch mal mit Lebensmitteln eindecken. Tags darauf sind die allermeisten Regale in den beiden Lebensmittelläden der Detailhandelsriesen wieder prall gefüllt.

Die Versorgung ist im Gäupark in den weitläufigen Megastores über die Grundbedürfnisse hinaus gesichert. Zwar scheinen die Parkplätze trotz mehrheitlichem Shutdown gut besetzt und der Verkehr um das Einkaufszentrum herum ist rege. Aber drinnen sind die Besucherströme dünn gesät, auch im Gäupark hat sich die Welt entschleunigt. «Es gibt halt nichts mehr, das zum Verweilen einlädt», sagt eine Verkäuferin. Der «Dorfplatz» Gäupark ist eingeschlafen. Im Coop Megastore sind am Tag eins des vom Bundesrat verordneten Stillstands drei der 16 Kassen besetzt. Und beim Take-away weisen Schilder daraufhin, dass es untersagt ist, die Tische zu benutzen. Nebenan hat auch die Telekomanbieterin Swisscom auf eine Art Take-away-Modus umgestellt und sie bedient Kunden an der Theke. Viele Fachgeschäfte, die von Montagnacht auf Dienstag dicht machen mussten, verweisen mit Aushängen auf die Verordnung des Bundes und machen die Kunden auf ihren Online-Verkauf aufmerksam.