Bruno Born, Präsident des Vereins Region Thal, und Richard Bolli, seit 1. Oktober 2013 Leiter des Naturparks Thal, waren zu Besuch beim Gemeinderat Laupersdorf. «Grund des Besuches ist es, dass der Naturpark Thal nach innen noch besser verkauft werden muss, und wir wollen auch die Meinung der Gemeinderäte im Thal abholen, deshalb besuchen wir jede Gemeinde», erklärte Bruno Born.

Seit dem Jahr 2010 besitzt der Naturpark Thal das Label der Schweizer Naturpärke, bereits im Jahr 2006 haben die Thaler Gemeinden eine Charta unterschrieben mit groben Zielvorstellungen. Bei den Finanzen kommen jährlich 400 000 Franken vom Bund, 150 000 Franken vom Kanton und 110 000 Franken vom sogenannten Gemeinde-Fünfliber. Für den Naturpark Thal arbeiten sechs Personen in 3,5 Vollzeitstellen, was bedeutet, dass 40 Prozent der Beiträge für die Löhne verwendet wird.

Was bereits getan wurde

Verwirklicht sind Tourismus- und Freizeitangebote in den Bereichen Wandern, Velo fahren, Biken, vielseitige Exkursionen, die sich mit der Kultur und Natur der Region beschäftigen, Vermarktung von Produkten aus der Region wie Wurstwaren, Käse, Nudeln, Mehl oder Rapsöl sowie Vereinbarungen mit Landwirten für Öko-Wiesen, Weiden und Waldränder.

Herausgegeben wird auch jährlich ein Veranstaltungskalender, zweimal jährlich findet der Naturpark-Markt statt und auf die zweite Jurakette fährt auf den Brunnersberg und die Obere Tannmatt der Naturpark-Bus. «Im Naturpark Thal wird eine nachhaltige Entwicklung der Region ermöglicht, die im Gleichgewicht für Mensch, Natur, Landschaft und Wirtschaft steht. Beratungen erhält man in der Naturpark-Infostelle Thalbrücke», erklärte Richard Bolli.

In Laupersdorf ist ein Nachhaltigkeitspfad geplant, der etappenweise realisiert wird (wir berichteten). Bereits existiert auf der zweiten Jurakette ein Themenweg, und entlang dieses Weges liefern 57 Informationstafeln Wissenswertes zur Region Thal aus Geografie, Geschichte, Natur, Jagd, Forst- und Landwirtschaft.

Was bemängelt wird

Positiv bewertet wurde im Gemeinderat Laupersdorf denn auch die Thalstation bei der Thalbrücke, die mit einem guten Auftritt, auch vom beratenden Personal her, besticht. Auch werde bei der Organisation von Exkursionen ein guter Job gemacht. Bemängelt wurden jedoch der Wanderwegunterhalt, die Bike-Routen, auf denen viele Zäune überstiegen werden müssen und die für die Kinder teils nicht fahrbar seien, und dass viele Berggasthöfe am selben Tag geschlossen seien. Erwähnt wurde auch, dass schön gestaltete Broschüren und Studien nicht ausreichen würden, es fehle beim Naturpark an Handfestem und Konkretem.

Nach Ansicht des Gemeinderates Laupersdorf fliessen zu viele Mittel in Löhne und Papiere. Eigentlich habe der Einwohner im Thal vom Naturpark mehr erwartet, man habe es versäumt, die Identität in der Bevölkerung zu stärken, wurde moniert. Im Naturpark Thal sollten auch Themen aufgegriffen werden wie Verkehr, öffentlicher Verkehr, Lehrstellen-Börse, Lädelisterben, medizinische Grundversorgung (Schliessung von Hausarzt-Praxen).

Strukturen bereits vereinfacht

Grundsätzlich war jedoch im Gemeinderat eine positive Grundhaltung zum Naturpark Thal herauszuspüren. Bruno Born erwähnte, man habe die Strukturen bereits vereinfacht und man arbeite daran, die Kommunikation zu verbessern. «Man muss künftig halt mehr auf die Leute hören, denn eigentlich bestimmen ja die Gemeinden, welche Aufgaben ein Naturpark wahrnehmen muss.» Auch Richard Bolli strich heraus, sein Team verstehe sich als regionaler Dienstleister.