Tina Berger (Herbetswil), seit Frühjahr 2014 Präsidentin der Volkshochschule Thal, konnte zum traditionellen Neujahrs-Apéro viele treue Mitglieder des Hunderterklubs begrüssen. Sie benutzte die Gelegenheit, um sich vorzustellen und über ihre ersten Erfahrungen zu berichten.

Thema des diesjährigen Anlasses war die Entwicklung der Schweizer Trachten im Laufe der letzten 200 Jahre. Dazu passend erschien Annemarie Neuenschwander in ihrer Gotthelf-Tracht. Mit Johannes Schmid-Kunz, Geschäftsführer der Schweizerischen Trachtenvereinigung, konnte ein kompetenter Redner gefunden werden. Er verstand es, die Entwicklung der Trachten in Verbindung mit der Schweizer Geschichte darzulegen.

Ein Auf und Ab

«Die Vielfalt unserer Trachten – 700 bis 800 an der Zahl – zeigen die unterschiedlichen Mentalitäten, Regionen, Sprachen unseres Landes», führte der Redner aus und dokumentierte mit Bildern den Wandel der Bekleidung im Laufe der Zeit. Nach den politischen Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfreuten sich die Trachten zunehmender Beliebtheit. Freie Kleiderwahl und steigender Wohlstand der Landbevölkerung führten dazu. B

ei grossen Festanlässen wie Unspunnenfest und Trachtenfest, bei Umzügen und Kampfspielen spielten die Trachten eine wichtige Rolle, ebenso in der Pflege des alten Liedgutes. Die neue Kleidermode verdrängte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Trachten teilweise. Erst die Dreissigerjahre brachten eine Wiederbelebung. An der Landi 1939 war der prägnante Spruch zu lesen: «Die Tracht ist das Kleid der Heimat.»

Die Rolle von Olten

Dass die Trachten nicht einheitlich den Kantonen zugeordnet werden können, zeigte Johannes Schmid-Kunz anhand der Solothurner Trachten. So unterscheiden sich die Trachten der Gruppe Schönenwerd von der Schwarzbuben Tracht und den Bucheggberger Trachten, die stark von Bern beeinflusst sind. Olten spielt in der Trachtenbewegung eine wichtige Rolle, war doch der «Rathskeller» der Familie Lang stets ein zentraler Ort für Zusammenkünfte. Die Stadt Olten ist zudem Austragungsort der nächsten Delegiertenversammlung am 6. Juni 2015.