Oensingen

Warum die Hauptstrasse tiefer gelegt wurde

Blick von der Schlossstrasse her auf den Roggenpark

Blick von der Schlossstrasse her auf den Roggenpark

Die Hauptstrasse in Oensingen wurde auf der Höhe des neugebauten Roggenparks um bis zu 30 Zentimenter tiefer gelegt. War der Roggenpark zu tief – oder die Strasse zu hoch?

Die Sprüche kamen postwendend, nachdem bekannt geworden war, dass die Hauptstrasse in Oensingen auf der Höhe des neu gebauten Roggenparks bis zu 30 Zentimeter tiefer gelegt werden soll: Die Architekten hätten falsch geplant und vor allem das Gebäude unmittelbar an der Hauptstrasse sei zu tief angesetzt worden, hiess es. Tatsächlich wäre das Niveau der Strasse deutlich über der Höhe des Fenstersimses von Haus Nr. 22 verlaufen.

Hätte noch mehr sein dürfen

Nun, da die Belagsarbeiten abgeschlossen sind, kann man das Resultat der Tieferlegung der Strasse sehen. Man hat sogar das Gefühl, es hätte noch mehr vertragen. Die Unterkante des einen Fensters liegt nur wenige Zentimeter über dem unmittelbar davor verlaufenden Trottoir. Ob das einen Einfluss hat auf die Vermietung des Erdgeschosses in diesem Haus? «Kaum, denn diese Räume sind für das Gewerbe reserviert und da ist die Passantenlage geschätzt», antwortet Caroline Hubacher, bei der Bauherrin Bonainvest Holding AG, Solothurn, zuständig für die Vermarktung der Immobilienräume im Roggenpark. Vier Gewerbeeinheiten sind zu haben, in jenem an der Hauptstrasse 20 wird die Berner Kantonalbank am nächsten Montag eine Filiale eröffnen (siehe nebenstehenden Artikel). Insgesamt 48 Wohnungen sind im Angebot, 24 zum Mieten, 24 zum Kaufen. Das Interesse sei derzeit vor allem für die Mietwohnungen vorhanden, sagt Caroline Hubacher.

Von den vier Häusern des neu erbauten Roggenparks bereits voll belegt ist bekanntlich das Haus am Sternenweg 4 durch die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG).

Wegen Inseln und Leitungen

Was ist nun aber der wahre Grund dafür, dass die Strasse tiefer gelegt werden musste? Zwei Gründe sind zu nennen, wie sie unter anderem an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember 2013 erläutert worden sind. Als der Gestaltungsplan für den Roggenpark verabschiedet wurde, ging man von der damaligen Strassenbreite aus. Im Nachhinein stellte sich bei der Verkehrsplanung heraus, dass zur Sicherung des über die Hauptstrasse verlaufenden Schulwegs Mittelinseln gefordert sind. Das zog eine Verbreiterung der Strasse nach sich und somit verstärkte sich das Gefälle auf dem Terrain des Roggenparks. Das wiederum liess sich nicht mehr den Vorschriften der Rollstuhlgängigkeit vereinbaren. Dieses Gefälle abzuschwächen war der eine Grund für die Tieferlegung der Strasse.

Der zweite Grund: Unter der Hauptstrasse verlaufen Frisch- und Abwasserleitungen, die nach heutigen Vorschriften zu gering überdeckt sind. Der starke Lastwagenverkehr hat den Leitungen sowie mehreren Klappenschächten stark zugesetzt. Man hätte also die Strasse auch deswegen aufreissen müssen. Nun sind beide Probleme in einem Arbeitsgang gelöst worden.

Der Roggenpark wird übrigens mit einem Fest offiziell eingeweiht: Samstag, 6. September.

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